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Montag, 13. April 2015
Steaks und Stiefmütter
Hallo ihr Lieben,
Freitag Abend befand ich mich in einer für mich sehr belastenden Situation. Ich war das erste Mal seit langer Zeit zum Essen eingeladen. Ich wurde von meiner Lebensgefährtin in mein Lieblingssteakhaus ausgeführt. Da ich nun einmal ein Mann bin, habe ich mich darauf sehr gefreut, denn was gibt es schon Besseres als Steak? Nicht viel, also war ich dementsprechend guter Dinge!
Wir setzten uns auf einen schönen Fensterplatz und machten es uns gemütlich. Neben uns saß eine kleine Familie. Vater, Mutter und Sohn. Das dachte ich zumindest. Ich bin ein recht aufmerksamer Mensch und so bekomme ich meistens auch das, was um mich herum geschieht, sehr schnell mit. Auch an diesem Abend sollte das so sein, denn ich konnte das Gespräch am Nebentisch ziemlich gut verfolgen und die Gestik und Mimik dieser drei Personen sehen. Mir fiel schnell auf, dass der Junge, er war etwa 10 Jahre alt, "Papa" und "Kerstin" sagte. Der Junge redete sehr schnell, schaute seinen Papa dabei mit großen Augen an und neigte dazu, die Gesprächsthemen immer etwas zu übertreiben.
Der Vater hatte sichtlich Spaß an dem Gespräch und machte zwischendurch auch kleine Scherze.
Kerstin hingegen schaute entweder gelangweilt auf ihr Handy oder diskutierte mit dem Jungen. Darüber, wie weit man sehen kann, ob oder ob der Junge noch nicht Star Wars schon einmal geschaut hat und woher das Wort "Casino" stammt. Kerstin war grundsätzlich anderer Meinung als der Junge und stellte ihn verbal ziemlich bloß.
So behauptete der Junge zum Beispiel, dass man nur 5 Kilometer weit sehen kann. Was in so weit stimmt, als dass man bei einer Augenhöhe von ca. 2 Metern etwa 5 Kilometer bis zum Horizont sehen kann. Anstatt aber nachzufragen, was der Junge meint, sagte Kerstin: "Das ist doch absoluter Schwachsinn! Der Mond ist doch viel weiter weg!" Alle Diskussionen, die ich an diesem Abend mithören konnte, waren so geartet. Der Vater hat dabei nicht wirklich in die Situation eingegriffen.
Dieses Schauspiel hat mich bereits beim Essen sehr nachdenklich und auch ein wenig traurig gemacht. Der sehnsüchtige Blick des Jungen, das Übertreiben der Themen und die Art, wie er sich immer wieder an seinen Vater wandte, das spricht für mich davon, dass der Junge Aufmerksamkeit sucht, dass der Junge verzweifelt versucht, seinen Vater zu beeindrucken, den Vater dazu zu bewegen, ihn vielleicht einmal in den Arm zu nehmen oder Ähnliches.
Kerstin hingegen schrie gerade zu heraus: "Ich hab keine Lust auf dieses KIND! Ich will den Mann für mich allein haben!"
Der Vater hielt sich einfach heraus. Das finde ich ehrlich gesagt am schlimmsten. Wenn meine Lebensgefährtin so mit meinen Kindern reden würde, würde ich ihr etwas ganz anderes "erzählen".
Das alles hat mich auch in der folgenden Nacht nicht mehr losgelassen! Wird mein Sohn mich später auch so ansehen? Ist es das, was mich und meine Kinder in der Zukunft erwartet? Was kann ich tun, damit es nicht so wird?
Vielleicht interpretiere ich die Situation an diesem Abend auch vollkommen falsch. Aber ich denke, dass es nicht von Belangen ist, was an diesem Abend und in dieser Familie tatsächlich an der Tagesordnung ist. Wichtig ist nur, was dieser Abend in mir auslöst und was ich daraus lernen kann.
Also, was kann ich daraus lernen? Ich lerne daraus, dass es richtig ist, kein Wochenendpapa sein zu wollen. Ich lerne daraus, dass meine Kinder IMMER an erster Stelle kommen werden. Ich lerne daraus, was ich meinen Kindern in Zukunft ersparen will.
Alles Gute,
Thomas
Mittwoch, 1. April 2015
Schuld (Teil 1)
Hallo ihr Lieben,
heute möchte ich etwas zum Thema Schuld schreiben. Wie ihr wisst, führe ich viele Gespräche mit Eltern, die verlassen wurden oder die den Anderen verlassen haben. In diesen Gesprächen fällt mir eines immer wieder auf: Derjenige, der den Anderen verlässt, spricht meist davon, dass der Andere "Schuld" hat. Im Grunde ist das nicht schlimm, es mag ja sogar so sein, dass der Andere Dinge getan hat oder vielleicht auch eben nicht getan hat, die zum Scheitern der Beziehung führten. Oft ist es aber nicht ganz so einfach.
Aber gehen wir einmal kurz davon aus, dass es tatsächlich ein einseitiges Verschulden gibt. Daraus kann/muss der "Unschuldige" seine Konsequenzen ziehen. Dies ist die Trennung an sich. Darüber hinaus hat niemand das Recht, einen Anderen zu "bestrafen". Ein wenig anders ist das natürlich, wenn Gewalt, Misshandlungen oder Ähnliches im Spiel sind. Aber auch hier ist von Selbstjustiz abzuraten. Dafür gibt es Gerichte, denn ein solcher Vorwurf muss nicht nur in den Raum gestellt sein, er muss auch bewiesen werden. Unter normalen Umständen verliert die Frage nach der Schuld aber jede Relevanz, denn die Konsequenzen sind bereits gezogen.
Da es aber in der Realität oft anders ist, möchte ich das Thema Schuld einmal näher beleuchten und stelle mir dazu drei Fragen:
1. Was ist Schuld?
2. Wie empfinden wir schuld?
3. Warum ist immer der andere schuld?
Es gibt drei Ebenen, auf denen Schuld eine Rolle spielt: die persönliche, die gesellschaftliche und die rechtliche. Letztere werde ich nur im Ansatz behandeln, da sie hier wenig von Belangen ist.
Schuld ist, auf der persönlichen und der gesellschaftlichen Ebene, ein erlerntes Konzept, das von den Konventionen unseres persönlichen Umfelds und der Gesellschaft an sich, geformt wird. So wird sich z.B. ein Schlachter selbst nicht in der Schuld sehen, wenn er eine Kuh tötet, denn es ist sein Beruf. Ein vegan lebender Mensch wiederum würde sich sehr wahrscheinlich schuldig fühlen, wenn er eben dieses tun würde, denn für ihn ist es Mord. Warum ist das so? Jeder hat seine eigenen Vorstellungen von Moral. Diese werden uns von Kindesbeinen an anerzogen. Geprägt werden diese von den Eltern, den Freunden, dem Kulturkreis und unseren eigenen Präferenzen. Das Verletzen dieser Moral führt dazu, dass wir uns schuldig fühlen. So können zwei Menschen, die in einem Haushalt wohnen, sich lieben und ihr Leben miteinander teilen, durchaus unterschiedliche Moralvorstellungen haben und somit auch Schuld unterschiedlich empfinden.
Auch von der Gesellschaft wird Schuld durchaus unterschiedlich empfunden. Ein Singlemann, der häufig wechselnde Sexualpartner hat, wird landläufig als "Checker" angesehen. Eine Singlefrau, die dasselbe macht, wird allerdings ganz anders bezeichnet und angesehen. Paradoxerweise ändert sich das, sobald man in einer Beziehung ist. Ein verheirateter Mann, der aufgrund von sexueller Frustration in der Ehe, fremdgeht, wird als Ehebrecher gesehen. Macht eine Frau dasselbe, aus denselben Gründen, wird auch hier, in der Regel, die Schuld bei dem Ehemann gesucht, denn er hätte sich mehr um die Bedürfnisse der Frau kümmern müssen.
Noch komplexer wird das Ganze, wenn das gesellschaftliche, das rechtliche und das persönliche Empfinden von Schuld kollidieren. Ein amerikanischer Soldat, der im Krieg einen Mann getötet hat, wird in seinem eigenen Land von manchen als Nationalheld gefeiert, von anderen als Mörder gesehen. Er selbst kann dabei schreckliche Schuldgefühle empfinden, die ihn seelisch zerstören können. Vor dem Gesetz wird er als vollkommen unschuldig gesehen.
Ein Mann, der aus Habgier einen anderen tötet, wird von der Gesellschaft und vor dem Gesetz allgemein hin als schuldig gesehen. Er selbst kann sich aber vollkommen unschuldig fühlen. Dafür muss keine geistige Störung vorliegen, es liegt einfach an seinen moralischen Vorstellungen.
Nun müssen wir versuchen zu verstehen, wie wir selbst Schuld empfinden.
Das Bewerten der Frage "Wer hat Schuld?" ist, besonders im Zusammenspiel zweier Individuen, oft eine sehr subjektive Angelegenheit. Dazu möchte ich euch zwei Beispiele nennen.
1. Eine Person hält ein Glas mit Wasser in der Hand und lässt es fallen. Dieses zerschellt am Boden. Ein klarer Fall, die Person ist schuld, dass dieses Glas zerbrochen ist, denn sie hat es losgelassen.
2. Ein Mann und eine Frau halten gemeinsam ein Glas mit Wasser in ihren Händen. Beide verlassen sich darauf, dass der jeweils andere das Glas festhält, und lassen dieses in dieser Annahme los. Das Glas fällt zu Boden und zerbricht. Wer ist schuld? Hier ist die Frage nicht mehr ganz so einfach zu beantworten. Klar, für ihn ist sie schuld, er hat sich ja auf sie verlassen. Klar ist auch, für sie ist er schuld, denn auch sie hat sich auf ihn verlassen. Ich würde behaupten wollen, dass beide zu gleichen Teilen schuldig sind. Die Verfehlung liegt hier aber nicht darin, dass sie das Glas losgelassen haben, sondern dass sie nicht miteinander kommuniziert haben. Hätten sie dies getan, hätten sie sich absprechen können, wer das Glas wann hält.
Hier lässt sich erkennen, wie subjektiv das Empfinden von Schuld und dessen Verteilung sein kann.
Interessant und vor allem hinderlich wird das Ganze dann, wenn nach der Trennung Kinder im Spiel sind. Oft steht das Empfinden von Schuld oder viel mehr das Zuweisen von Schuld, dabei im Weg, Regelungen beispielsweise für den Umgang mit den Kindern zu finden. Hier kommt dann das zum tragen, was ich anfangs bereits erwähnte. Die Konsequenz ist bereits gezogen, man hat sich vom anderen getrennt. Somit ist es nicht mehr relevant, wer an der Trennung Schuld ist oder nicht, denn man hat sich voneinander getrennt, aber nicht von den Kindern.
Oft habe ich beobachtet, dass es immer der Andere sein soll, der die alleinige Schuld an der Trennung trägt. Warum ist das so? Die Medien, die Gesellschaft und auch unser direktes Umfeld suggerieren uns eine Erwartungshaltung. Es wird von uns erwartet, dass alles immer glatt laufen muss. Der Job muss sicher sein, das Einkommen möglichst hoch und die Familie muss harmonisch funktionieren. Erkennen lässt sich das sehr schön daran, dass selbst in den zerstrittensten Familien nach außen hin oft ein Bild der perfekten Harmonie mit allen Mitteln aufrechterhalten wird. Wenn eine Beziehung also scheitert, haben wir versagt. Wir haben uns, unsere Erwartungen und die Erwartungen unseres Umfeldes sowie der Gesellschaft enttäuscht. Für viele, ich würde sogar behaupten wollen, für die meisten, ist das nur sehr schwer bis gar nicht hinnehmbar. So versuchen wir, die Schuld dieses Scheiterns von uns zu weisen. Lasten die Schuld dem anderen auf. Damit versuchen wir uns selbst, unser Umfeld und die Gesellschaft zu belügen. So hört man immer wieder Sätze wie: "Ich war es nicht. Wenn die Umstände nicht [...], dann hätte ich nicht!" oder "Ich bin nicht schuld. Wenn du nicht [...], dann wäre das nicht passiert!"
Damit belügen wir nicht nur uns und unsere Umgebung, nein, wir versuchen auch, unser eigenes Selbstwertgefühl zu stärken. Wir nehmen uns damit aber auch die Chance, aus unseren Fehlern zu lernen. Dafür müssten wir diese Fehler eingestehen, was jedoch ein mögliche Ablehnung oder das Risiko, als Versager abgestempelt zu werden, in sich birgt. Jedoch besteht diese Angst meist nur in unserer eigenen Vorstellung.
"Jeder Fehler, aus dem wir lernen, ist ein Erfolg." - Malcom Forbes.
Das Ganze führt mich persönlich an den Anfang meiner eigenen Trennung zurück. Damals konnte ich nicht verstehen, was geschehen war und für mich war klar, dass es allein ihre Schuld war. Irgendwann wurde mir aber klar, nicht ganz ohne Hilfe, dass es eben nicht einfach nur ihre alleinige Schuld ist. Sie hat Dinge getan, die für mich nicht nachvollziehbar waren und noch immer nicht sind. Ich hingegen habe Dinge getan, die für sie nicht nachvollziehbar sind. Das, was ich getan habe, war für sie so schlimm, dass sie auch nach der Trennung nicht darüber hinwegsehen kann. Was sie tat, war für mich genauso schlimm. So drehten wir uns immer wieder im Kreis, wiesen uns gegenseitig die Schuld zu und konnten die Position des anderen weder sehen noch verstehen.
Als ich aber schließlich erkannte, dass es nicht mehr relevant ist, wer Schuld hat, aufhörte, darüber zu reden und die Schuld an sie abzugeben, besserten sich die Dinge. Langsam aber merklich. Das ist ein Prozess, der immer noch andauert, aber ich denke, es ist der richtige Weg.
So möchte ich euch nun das sagen, was mir damals gesagt wurde, euch das mit auf den Weg geben, was mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin und dazu beigetragen hat, die Dinge zu erreichen, die ich erreicht habe.
"'Wer hat schuld?', ist falsch gedacht! Richtig muss es heißen: 'Wie können wir uns einig sein?'" - Hans-Jürgen Gaugl.
So möchte ich euch ein paar Fragen mit auf den Weg geben:
"Wie definiere ich, für mich selbst, Schuld?"
"Wie viel Schuld trage ich selbst an der Trennung von meinem Ex-Partner?"
"Wie viel Schuld trägt mein Ex-Partner und warum trägt er diese, meiner Ansicht nach?"
"Was kann ich selbst für mich und meine/n Ex-Partner/in tun, um mit dem Schuldgefühl bzw. der Zuweisung dessen, besser umzugehen?"
"Wie kann mir/uns das dabei helfen, einen Konsens zu finden?"
Alles Gute,
Thomas
P.S.: Mein Dank geht an Rene für das Bild.
Copyright by ReNatus-Photographie 2013
Dienstag, 24. März 2015
Ist die Bibel das modernere Familienrecht?
Hallo ihr Lieben, vor Kurzem schrieb ich dies als kleine Vorstellung meiner Person und Darstellung dessen, was ich mit meinem Blog erreichen will. Nun hat mich der Vergleich zur Bibel nicht mehr losgelassen, ich sah noch weitere Parallelen zu ebendieser Schrift. Ich möchte meinen ursprünglichen Ansatz heute wieder aufgreifen und meine weiterführenden Gedanken dazu niederschreiben.
"Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er das Feld baute, davon er genommen ist, und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem bloßen, hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens."
Ich bin kein bibelfester Mensch, aber in diesem biblischen Text erkennen sich sehr wahrscheinlich sowohl viele Mütter und Väter, als auch ich mich selbst, wieder. Wir sind Adam und werden aus dem Garten Eden, welcher unsere Familie symbolisiert, vertrieben und vom Baum des Lebens, welcher für unsere Kinder steht, getrennt. Fortan werden wir von den Cherubim, in Form von Familiengerichten, Jugendämtern und ehemaligen Familienmitgliedern von ebendiesem Baum ferngehalten. So müssen wir uns durch eine Heerschaar von angeblichen Engeln kämpfen und gegen eine rachsüchtige und scheinbar unantastbare Gottheit, unser eigenes Ego und das unseres Ex-Partners oder unserer Ex-Partnerin, aufbegehren, um noch einmal von diesem Baum kosten zu dürfen.
Kurz gesagt, nach einer Trennung beginnt oft ein Kampf um den Umgang und die Liebe der gemeinsamen Kinder. Wir sollen, ähnlich wie Kain nach dem Mord an seinem Bruder Abel, gezeichnet und aus Eden verbannt werden.
"Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, daß ihn niemand erschlüge, wer ihn fände. Also ging Kain von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseit Eden, gegen Morgen."
Nun, ich bin keine biblische Figur. Ich bin ein Vater, nicht mehr und nicht weniger. Mein Name ist Thomas, ich bin 30 Jahre alt und lebe in Scheidung. Ich bin Vater von zwei wundervollen Kindern, die ich nach langem Kampf regelmäßig sehen und betreuen darf. Ich lebe nicht im Lande Nod, jenseits von Eden. Ich lebe in der Doppelresidenz. Das mag vielleicht nicht der besagte Garten sein, aber für mich und meine Kinder ist es unser ganz eigenes Paradies. Ich schreibe diesen Blog, um euch, anhand von Artikeln, die zum Konsens gereichen, meinen Weg zu beschreiben und vorzuleben. Denn, anders als in der Bibel, sind die "Engel" und "Gottheiten", gegen die wir uns zur Wehr setzen müssen, weder allwissend noch allmächtig. Auch bedarf es manchmal, so wie in meinem Fall, keines flammenden Schwertes, um diese zu überwinden, manchmal sind die Taube und der Olivenzweig die besseren Waffen."
Nach einer Trennung kommt immer das Thema Kinderbetreuung auf den Tisch. Oft gibt sich ein Elternteil mit dem klassischen "Residenzmodell" zufrieden, manchmal können Elternteile schlichtweg nicht mehr als dieses umsetzen. Immer öfter wünscht sich ein Elternteil die Doppelresidenz. Der andere Elternteil möchte jedoch das Kind für sich allein behalten und tut es somit einer "Dirne" in dem "Urteil des Salomon" gleich.
"Holt mir ein Schwert!' Man brachte es vor den König. Nun entschied er:
'Schneidet das lebende Kind entzwei, und gebt eine Hälfte der einen und
eine Hälfte der anderen!' Doch nun bat die Mutter des lebenden Kindes
den König - es regte sich nämlich in ihr die mütterliche Liebe zu ihrem
Kind: 'Bitte, Herr, gebt ihr das lebende Kind, und tötet es nicht!' Doch
die andere rief: 'Es soll weder mir noch dir gehören. Zerteilt es!' Da
befahl der König: 'Gebt jener das lebende Kind, und tötet es nicht; denn
sie ist seine Mutter.' Ganz Israel hörte von dem Urteil, das der König
gefällt hatte, und sie schauten mit Ehrfurcht zu ihm auf; denn sie
erkannten, dass die Weisheit Gottes in ihm war, wenn er Recht sprach."
Die Dirne handelt aus rein egoistischen Gründen und würde es dankend in Kauf nehmen, wenn das Kind durch das Schwert, welches hier die Elternentfremdung (P.A.S) symbolisiert, in zwei geteilt werden würde. Der weise König erkennt dies und spricht das Kind der wahren Mutter zu, denn diese würde lieber freiwillig auf ihr Kind verzichten, was mit dem hälftigen Verzicht in der Doppelresidenz gleichzusetzen ist, als dem Kind leid zuzufügen.
Leider sind die Könige, mit denen wir es zu tun haben, nämlich die Richter des Familiengerichtes, oftmals nicht annähernd so weise. Für diese steht symbolisch das Schwert, das Fallbeil in der Doppelresidenz. Das Kind würde ja, zumindest was die Betreuungszeit betrifft, in zwei Hälften geteilt werden. So entscheiden sie, gleich dem König, ohne sich verantworten zu müssen, aber leider auch ohne jede Weisheit, über die Köpfe der Eltern hinweg.
Die tatsächliche Zweiteilung des Kindes wird aber nicht auf der Ebene der Betreuungszeit vollzogen, nein, sie findet auf der seelischen statt, denn immerhin wird dem Kind ein Teil seines Lebens, sei es nun Vater oder Mutter, zum Großteil entrissen. So wird dieses Gleichnis ad absurdum geführt und die Moral der Geschichte auf den Kopf gestellt.
So wäre es doch sinnvoll, ganz im Sinne von Salomon, eine faire Ausgangsposition zu finden. Eine Ebene, auf der sich die getrennten Eltern auf Augenhöhe begegnen können, um so den besten Weg zu finden, denn nur, wenn beide gleichberechtigt sind und den gleichen Stellenwert genießen, können faire und ehrliche Vereinbarungen zum Wohlergehen unserer Kinder getroffen werden. Man stelle sich nur einmal vor, was wir alles für unsere Kinder erreichen könnten, müssten wir uns nicht ständig über alles streiten. Man stelle sich vor, was wir auf einer fairen Ebene für unsere Kinder zustande bringen könnten, sofern wir nur miteinander kommunizieren würden, um einen gemeinsamen Weg zu gehen. Es ist ähnlich dem Turmbau zu Babel.
"Da stieg der Herr herab, um sich Stadt und Turm anzusehen, die die
Menschenkinder bauten. Er sprach: Seht nur, ein Volk sind sie und eine
Sprache haben sie alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt
wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen.
Auf, steigen wir hinab und verwirren wir dort ihre Sprache, sodass
keiner mehr die Sprache des anderen versteht. Der Herr zerstreute sie
von dort aus über die ganze Erde und sie hörten auf, an der Stadt zu
bauen. Darum nannte man die Stadt Babel (Wirrsal), denn dort hat der
Herr die Sprache aller Welt verwirrt, und von dort aus hat er die
Menschen über die ganze Erde zerstreut."
Denn nichts anderes als das erleben wir auch in unserer modernen Gesellschaft. Unsere Sprache wird durch das Gendern von Begriffen wie "Professor" zu "Profesxx" und anderem, ähnlich wie Gott es beim Turmbau zu Babel getan haben soll, so weit verwirrt, dass sich keiner mehr versteht. Unser Denken wird durch Gender-Studies, Ampel-Frauchen oder der Frauen-Quote in Lager gespalten, die, ähnlich der Verteilung der Menschenvölker über das Antlitz der Erde durch Gott, nicht mehr dazu in der Lage sind, zusammenzuarbeiten. Wir wählen Lager und kämpfen voller Hass und Wut gegen die "andere" Seite. Anstatt uns die Hände zu reichen und aufeinander zuzugehen, schreien wir Hassparolen, wollen Rechte ändern und erzwingen, sehen nur unsere Perspektiven und Meinungen als wahrhaftig und gerecht, lassen kein gutes Haar am anderen und entfernen uns so immer weiter von dem Ziel, das wir alle verfolgen sollten. Was das ist, muss ich euch nicht erzählen.
Würde Salomon als Richter im Familiengericht sitzen, würden wohl einige Entscheidungen ganz anders ausgehen! Ich bitte euch, denkt darüber nach. Stellt euch selbst auch einmal
infrage und versucht, aufeinander zuzugehen.
Alles Gute,
Thomas
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Samstag, 21. März 2015
Die Wahrheit?
Hallo ihr Lieben,
seit ich selbst betroffen bin und diesen Blog schreibe, lese ich immer wieder davon, dass Eltern ihren Kindern die "Wahrheit" sagen. Meist sind es die Elternteile, die ausgegrenzt werden, sich gegen falsche Anschuldigungen behaupten müssen, denen der Umgang zu den Kindern verboten oder erschwert wird und die von ihrem Ex-Partner diffamiert werden. Sie möchten ihre Kinder nicht belügen, sie sehen keinen Grund dazu, denn sie haben ja nichts getan. Alles, was gegen sie vorgebracht wird, ist gelogen.
So sagen sie ihren Kindern beispielsweise:
"Nein Schatz, ich möchte dich immer bei mir haben, nur Mama/Papa will nicht, dass du bei mir bist."
"Mama/Papa hat uns verlassen, deshalb sind wir jetzt allein, denn Mama/Papa hat uns nicht mehr lieb."
"Mama/Papa hat mich angezeigt. Sie/er sagt, ich hätte sie/ihn geschlagen, aber das stimmt nicht."
"Mama/Papa lügt und es geht ihr/ihm nicht um dich, sie/er will nur mich bestrafen. Was du willst, ist ihr/ihm egal!"
Das sind nur einige Beispiele der Wahrheiten, die Kindern, in dem Glauben, man sei im Recht, gesagt werden. Es mag sogar sein, dass es die Wahrheit ist oder das, was wir persönlich als Wahrheit empfinden. Aber ist es sinnvoll, Kinder mit so etwas zu konfrontieren? Ich verstehe den Impuls, die Wahrheit sagen zu wollen. Mir ging es anfangs nicht anders. Es ist eine ganz natürliche Reaktion, denn man hat ja nichts von alledem, was einem angelastet wird, getan. So sagt man sich selbst: "Ich bin nicht wie die/der Ex. Ich sage die Wahrheit und lasse mich nicht auf ihr/sein Niveau herab". Man sollte die Kinder nicht belügen und ehrlich währt bekanntlich am längsten, so redet man sich zumindest selbst immer wieder ein.
Hierbei werden allerdings einige Denkfehler begangen.
Erstens: Die Kinder werden mit demselben Maß genommen, wie man es bei einem Erwachsenen tun würde. So denkt man: Jemand erzählt eine Lüge über mich, also stelle ich die Dinge klar. Kinder nehmen so etwas allerdings ganz anders auf als wir Erwachsene. Den Kindern fehlt meist das Verständnis der Situation, sie können nicht bewerten, was wahr ist und was gelogen. So sehen sie nur: "Mama redet schlecht über Papa und/oder Papa redet schlecht über Mama." So sagt vielleicht einer von beiden die Wahrheit und fühlt sich somit im Recht, doch beide tun ihrem Kind das Gleiche an. Sie bringen es in einen Interessenkonflikt, den es nicht bewältigen kann. Sie zwingen das Kind, sich entscheiden zu müssen. "Wem soll ich glauben?" Sollte man ein Kind wirklich vor eine solche Entscheidung stellen? Wäre es nicht sinnvoller, diesen Kreislauf zu durchbrechen, sich selbst rauszunehmen, dem Kind Geborgenheit, einen festen Halt, Liebe und die Gewissheit zu geben, dass es beide lieben darf? Dies bewirkt bei Kindern weitaus mehr und vor allem wirkt es nachhaltiger als die "Wahrheit".
Anmerkung: Der Fehler, der hier begangen wird, ist derselbe, den viele Gegner der Doppelresidenz begehen. Auch diese behandeln Kinder nach den Maßstäben eines Erwachsenen. Das Lieblingsargument ist hier: "Die ständigen Wechsel bringen Unruhe in das Leben des Kindes". Vergessen wird hier, dass Kinder die Welt ganz anders erleben als wir Erwachsenen. Mein Lieblingsbeispiel ist diesbezüglich immer wieder das unterschiedliche Empfinden von Zeit. Wisst ihr noch, damals, als ihr Sommerferien hattet? Diese 6 Wochen waren so unglaublich lang. Man hatte fast ein ganzes Leben Zeit, um all die Dinge zu tun, die man während der Schule nicht tun kann. Doch wie ist das heute? Wenn ich darüber nachdenke, wie lang mir diese 6 Wochen im Alter von 12 Jahren vorgekommen sind, sind diese Wochen heute, im Alter von 30 Jahren, schon fast wieder vorbei. Wie muss sich dann ein Tag für einen Dreijährigen anfühlen? Oder gar eine ganze Woche?
Zweitens: Sagt man seinem Kind die Wahrheit über das, was die/der Ex macht, so ist man auf demselben Niveau wie ebendiese/ebendieser. Dabei ist es vollkommen irrelevant, ob ihr "nur" die Wahrheit sagt und ob eure Intentionen rein sind. Hier zählt nur, was ihr eure Kinder durchmachen lasst und was nicht, denn am Ende geht es bei solchen Dingen, und das ist es, was die meisten nicht verstehen oder wahrhaben wollen, nicht um euch, sondern es geht um eure Kinder.
Ich kann, wie immer, nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. In meiner Trennung gab es mehr als genug "Wahrheiten", die ich meinen Kindern hätte erzählen können. Diese gibt es auch weiterhin. Spricht mein Sohn mich auf so etwas an, versuche ich einfühlsam zu sein. Sagt er zum Beispiel: "Mama sagt, du bist ein Lügner", dann sage ich nicht "Mama ist selbst eine Lügnerin. Glaube ihr kein Wort davon, mein Sohn". Nein, ich frage ihn: "Was denkst du? Wie fühlst du dich dabei? Möchtest du darüber reden?" Mein Sohn antwortete in ebendieser Situation: "Nein Papa, ich glaube das nicht. Zu mir bist du immer ehrlich. Du bist mein Papa und mein bester Freund". Er war im Übrigen in dieser Situation gerade einmal 3 Jahre alt. Das hängt natürlich auch damit zusammen, was ich meinen Kindern vorlebe, denn so und nur so können wir unseren Kindern vermitteln, wer wir sind.
Im Zimmer meiner Kinder steht ein Foto meiner Ex-Frau. Hätte ich eines von ihrem neuen Lebensgefährten, würde auch dieses dort stehen, denn sie ist ihre Mutter und ihr neuer Partner ist ein fixer Punkt im Leben meiner Kinder. Sie dürfen sie lieb haben, auch wenn mir das wehtun könnte.
Sagt mein Sohn am Ende des Umgangs: "Ich will nicht zu Mama, ich möchte lieber noch bei dir sein, Papa", dann sage ich ihm "Ich hätte dich auch gerne noch länger hier, mein Schatz, aber Mama freut sich doch auf dich. Max Mustermann kommt euch doch sicher auch besuchen. dann könnt ihr zusammen spielen, das wird bestimmt toll! Außerdem sehen wir uns ganz bald wieder! Versprochen!"
Nach der Trennung habe ich gemeinsam mit meinem Sohn "Erinnerungsarmbänder" gebastelt. Eines für ihn, eines für mich und eines für seine Mutter. Er hat sein Armband getragen, bis er es eines Tages nicht mehr finden konnte. Was damit geschehen ist, kann ich nur vermuten. Sie hat ihres, laut Aussage meines Sohnes, in den Müll geworfen. Ich gehe davon aus, dass seines dasselbe Schicksal ereilt hat. Aber das ist am Ende egal, denn ich zeige ihm damit, dass er uns beide lieb haben darf. Sie hingegen zeigt ihm das Gegenteil. So kommt es nicht von ungefähr, dass er nach jedem Umgang lieber bei mir bleiben mag.
Dies ist nicht nur ein Weg, eurem Kind Leid, Zerrissenheit und Schmerz zu ersparen. Es ist auch der beste Weg, um Entfremdungsversuchen entgegenzuwirken.
Anstatt der "Wahrheit" solltet ihr euren Kindern lieber sagen:
"Ich hab dich ganz doll lieb!"
"Du bist etwas ganz, ganz Besonderes!"
"Das hast du toll gemacht!"
"Ich glaube an dich, du schaffst das!"
"Ich bin stolz auf dich!"
Wenn ihr das gelesen habt und euch selbst erkennt, denkt mal darüber nach ...
Alles Gute,
Thomas
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Dienstag, 17. Februar 2015
"Fips versteht die Welt nicht mehr."
Hallo ihr
Lieben,
heute möchte ich mich mal wieder mit einem Erfahrungswert an euch wenden. Einige werden nach dem Titel schon vermuten, um was es heute gehen soll. Es gibt eine ganze Palette an Kinderbüchern, die sich mit dem Thema Trennung und Scheidung befassen. Ich wusste, bis ein guter Freund mich darauf aufmerksam machte, nicht, dass es solche Bücher gibt. Auch stand ich ihnen anfangs eher skeptisch gegenüber.
heute möchte ich mich mal wieder mit einem Erfahrungswert an euch wenden. Einige werden nach dem Titel schon vermuten, um was es heute gehen soll. Es gibt eine ganze Palette an Kinderbüchern, die sich mit dem Thema Trennung und Scheidung befassen. Ich wusste, bis ein guter Freund mich darauf aufmerksam machte, nicht, dass es solche Bücher gibt. Auch stand ich ihnen anfangs eher skeptisch gegenüber.
Ich habe also drei dieser Bücher gekauft: "Fips versteht die Welt nicht mehr", "Und Papa sehe ich am Wochenende" und noch eines, das ich meiner Ex-Frau überreichte - an den Titel kann ich mich leider nicht mehr erinnern.
Bevor ich die Bücher jedoch meinem Sohn vorlas, habe ich mich erst einmal allein hingesetzt und die Bücher in Ruhe gelesen. Ich war anfangs doch etwas schockiert. Es geht, wie es in Kinderbüchern oft so ist, recht schnell zur Sache. In "Und Papa sehe ich am Wochenende" werden sogar Gerichtstermine angesprochen.
Also entschied ich mich dafür, meinem Sohn zuerst aus "Fips versteht die Welt nicht mehr" vorzulesen. Während ich las, beobachtete ich, wie er reagierte. Anfangs wirkte er traurig, was mir weh tat, aber ich las weiter. Als es dann an die Stelle kam, an der geschrieben wird, dass Fips BEIDE Eltern lieben darf und BEIDE ihn weiterhin lieben, hellte sich das Gesicht meines Sohnes immer weiter auf. Als ich den Satz "[…] denn sie hatten sich nur voneinander, aber niemals von ihrem Kind getrennt" vorlas, wusste ich, er versteht die Botschaft!
In diesem Buch wird sehr einfühlsam beschrieben, wie hin und hergerissen Fips sich zwischen seiner Mutter und seinem Vater fühlt. Es wird durch den "Alten Bruno" vermittelt, dass er das nicht muss. Bruno ist ein Älterer Hund aus der Nachbarschaft. Denn er ist und bleibt das Kind von beiden. Beide lieben ihn, was auch immer kommen mag.
Am folgenden Tag spielte mein Sohn in seinem Zimmer und ich fragte: "Na Schatz, was machst du?" Er sagte: "Ich bin Fips und gehe mit meinen beiden Seiten spazieren."
In Fips wird beschrieben, dass er zu einem Teil Mama und zu einem Teil Papa ist, aber trotzdem etwas ganz Eigenes. Dass er das so schnell versteht und auf seine eigene Situation bezieht, hätte ich nicht erwartet. Ich hatte das Gefühl, dass er versteht, was in dem Buch zum Ausdruck gebracht wird.
Mittlerweile lese ich ihm die Bücher regelmäßig vor und er kommt merklich besser mit der Situation zurecht. Er redet in meiner Gegenwart ungezwungener von seiner Mutter und erzählt auch viel von ihrem neuen Lebenspartner. Das finde ich wirklich gut, denn beide sind ein Teil seines Lebens und sollten daher auch bei mir präsent sein dürfen.
Ich kann diese Form der Kinderbücher nur empfehlen und habe mich deshalb entschieden, hier dafür zu werben. Es kann uns dabei helfen, unseren Kinder die Trennung leichter zu machen. Ihnen zu zeigen, dass sie uns, trotz Trennung, beide lieben dürfen.
Lieben Gruß,
Thomas
PS Eine kleine Liste solcher Bücher:
Orinsky E.:
Die Krokobären: Eine Geschichte für Kinder, deren Eltern sich trennen
Iskopress Verlag; 4-5 Jahre
(mit beiliegendem Memory zu unterschiedlichen Gefühlen und einem Fragespiel für Gespräche zwischen Eltern und Kindern)
Randerath J., Sönnichsen I.:
Fips versteht die Welt nicht mehr
Thiemann Verlag; 4-6 Jahre
Grundmann H., Schulze M.-A.:
Wir sind immer für Dich da! Wenn Mama und Papa sich trennen
Coppenrath Verlag; 36 Monate -6Jahre
Masurel C., McDonald Denton K.:
Ich hab euch beide lieb! Wenn Eltern sich getrennt haben
Brunnen Verlag; 4-6Jahre
Volmert J., Szesny S.:
Wir bleiben eure Eltern!: Auch wenn Mama und Papa sich getrennt haben
Albarello Verlag; 36 Monate – 6Jahre
Fennell C., Johnen H.:
Rico der kleine Delfin. Meine Eltern trennen sich
FiJoFe-Verlag; ab 4 Jahren
Hoffmann M., Asquith R.:
Du gehörst dazu: Das Grosse Buch der Familien
Verlag: FISCHER Sauerländer; 4-6 Jahre
Maxeiner A., Kuhl A.:
Alles Familie!: Vom Kind der neuen Freundin vom Bruder von Papas früherer Frau und anderen Verwandten.
Klett Kinderbuch Verlag; 5-7 Jahre
Dietrich B:
Die Patchworkfamilie. Ein Trostbuch für Kinder
Verlag: Samaragd; 8-10 Jahre
Schöberl E.:
Meine Eltern trennen sich. Ein Ratgeber für Jugendliche
Verlag: Ueberreuter; 12-15 Jahre
Dienstag, 10. Februar 2015
"Mütterrechtler" oder Mama Berlin
Hallo ihr
Lieben,
ich habe mir
mal eine kurze Auszeit genommen, um mein eigenes Leben zu leben. Das war nicht
nur nötig, sondern hat auch echt gut getan. Nun bin ich wieder da, mir geht's
super und es geht mit frisch aufgeladenen Batterien weiter!
Nun habe ich heute meine Mails gecheckt und gesehen, dass meine absolute Lieblingsbloggerin mal wieder ihre geistigen Ergüsse mit uns teilt. Sie ist eine sehr starke Frau, mit ausdrucksstarken Bildern und Ansichten, bei denen selbst Alice Schwarzer rot werden würde. Wisst ihr schon von welcher "Dame" ich spreche? Nein? Dann helfe ich euch auf die Sprünge. Ich rede von Mama Berlin!
Auch sie hatte sich eine kleine Auszeit vom Bloggerleben gegönnt. Nicht aber wie ich, um mal etwas mehr zu leben, sondern aus Angst!
"Grund ist das bedrohliche Auftreten und die Anfeindungen von sogenannten Väterrechtlern. Sie rotten sich zusammen und verpesten mit ihrem Frust die Familienwelt." - Mama Berlin.
Da ich ihren Blog nun schon länger verfolge, kann ich sie, denke ich, beruhigen. Dieses "Auftreten" und diese "Anfeindungen" sollten sie nicht allzu ernst nehmen. Denn so, wie man in den Wald hineinruft, schallt es eben auch heraus. Das Ganze richtet sich auch nicht gegen sie persönlich. Mehr gegen all diejenigen, die sie in ihrem Blog in Schutz nehmen. Diejenigen, die die gemeinsamen Kinder dem anderen Elternteil entziehen. Diejenigen, die den „sogenannten Väterrechtlern" überhaupt erst die Existenzbegründung geben.
Jedenfalls war ich nach diesem anfänglichen Text auf alles gefasst und besorgt, was Ihnen, Frau B., zugestoßen sein muss.
"Zum Beispiel spionieren sie auf Facebook andere Mütter aus. Sie schleichen sich unter falschen Namen in geheime und geschlossene FB-Gruppen ein, dort wo Mütter ihre Sorgen und Erfahrungen austauschen, sich unter sich fühlen und kopieren zum Teil deren Einträge und leiten diese an die Väter weiter, damit sie die Darlegungen der Mütter im Rechtsstreit gegen diese verwenden können." - Mama Berlin.
"Gut, das Schlimme wird noch kommen", dachte ich bei mir. Aber da habe ich mich geirrt. Es geht in diesem Blog-Post so weiter.
Frau B. mal ehrlich, glauben Sie, dass "Mütter" dies nicht ebenfalls tun? Glauben Sie, dass dies so eine starke "Anfeindung" ist, dass Sie darüber bloggen müssen? Wovor genau haben Sie bei diesem Statement Angst? Vielleicht ja davor, dass die "sogenannten Väterrechtler" langsam aber sicher ziemlich ernst genommen werden? Dass die "Allmachtstellung“ der "Mütter" langsam ins Wanken gerät? Nun, wenn das Ihre Befürchtung, ihre "Angst" ist, dann ist diese durchaus berechtigt. Ansonsten wäre ihr Post nur pures Gejammer, dass die "sogenannten Väterrechtler" die "Mütter" mit ihren eigenen Waffen schlagen.
Sie schreiben weiter: "Eine geheime Gruppe ist daher geheim, weil die Betreiberinnen schon wissen, dass es hier auch ans “Eingemachte” geht und man daher unter sich bleiben möchte. Ich finde, es ist legitim, auch mal über die Strenge zu schlagen, so lange Vorkehrungen getroffen werden, damit es niemanden stört."
Etwas im Geheimen zu besprechen ist, finde ich, immer sehr gefährlich. Vor allem dann, wenn in solchen "geheimen Gruppen" auf Facebook (welch Ironie) Tipps und Tricks verbreitet werden, wie man dem Exmann am besten die Kinder vorenthält, wie man ihn vor Gericht und Jugendamt diskreditiert oder wie sich gegenseitig aufgestachelt wird. Das gilt übrigens genauso für "geheime" Vätergruppen. Ich unterstütze so etwas niemals, aber da liegt der Unterschied zwischen Ihnen und mir. Sie sind pro Mutter, ich bin pro Kind.
"Sicher, meckern/lästern soll nicht sein, es ist nicht tugendhaft, aber doch auch normal. So wie lügen. Man sollte es nicht machen und doch macht es jede und jeder, jeden Tag. Das ist bewiesen. Tja, so sind wir." - Mama Berlin
Da gebe ich Ihnen zur Abwechslung mal ausnahmslos recht. Tja, so seid ihr, ihr Elternteile, die Bindungsintoleranz, Elternentfremdung und Kindesentzug als salonfähig erachten.
"Sich in so einer geheimen Gruppe unter falschen Namen einzuschleichen, finde ich schon merkwürdig, dann aber regelrechte Spionage zu betreiben, um darzulegen, dass hier ein Elternteil schlecht über den anderen redet und daher nicht gut für das Kind sei, ist abartig und bösartig. Kein Kind der Welt hat von so einem Verhalten etwas." - Mama Berlin
Das sehen Sie falsch, Frau B. Das hat nichts mit Spionage zu tun, das ist Verzweiflung von Vätern, die gegen ein System kämpfen, das, immer noch zu oft, der Ansicht ist, "das Kind GEHÖRT der Mutter".
Vielleicht sollten sie es mal so sehen: Das sind Väter, die nicht aufgeben, die um die gemeinsamen Kinder kämpfen, die alles dafür tun, dass die Kinder mit BEIDEN Elternteilen aufwachsen dürfen. Aber um dies so zu sehen, müssten Sie ja zugeben, dass Väter keine Eltern zweiter Klasse sind, nicht wahr?
"Es ist zu viel Schwarz/Weiß-Denke." - Mama Berlin.
Tja, naja, was soll ich dazu sagen? Dieser Satz in ihrem Blog zeugt doch davon, dass Sie auch mal gerne einen Witz auf ihre Rechnung machen. Finde ich gut! Denn ernst können Sie das nicht meinen. Zumindest nicht, wenn man den restlichen Inhalt Ihres Blogs kennt. ;-)
"Ich
bin dafür, hier eher Maßnahmen zu stärken, die nicht die Absurditäten sondern
den gesunden Menschenverstand fördern." - Mama Berlin
Dafür bin ich auch!! Um diese Haltung wirklich zu beweisen, könnten Sie, das wäre mein Vorschlag, ja einfach ihren Blog löschen. Damit wäre ein erster Schritt zu diesem Ziel getan.
"Dazu gehört auch, dass man nicht jedem Fürzlein Gehör schenkt, jeden Fehler der anderen akribisch aufschreibt, aufzeichnet, archiviert, protokolliert und oberlehrerhaft vorträgt und auf den anderen mit dem Zeigefinger zeigt. Sich selbst natürlich dagegen als Krone der Menschheit bewertend."
Es wird immer besser! Sie geben am Ende eines solchen Posts einen Ratschlag, den Sie, offensichtlich selbst nicht befolgen. Sonst würden Sie ja nicht darüber schreiben, oder?
Ich gehe fest davon aus, dass Sie sich in diesem Post selbst etwas auf die Schippe nehmen oder dass Sie sich den Mantel des Kindeswohls überstreifen, um so vaterfeindliche Propaganda zu verbreiten.
Das lässt sich schon an der Überschrift ihres Blogs erkennen: "Alleinerziehend ist das neue verheiratet". Was genau möchten Sie damit ausdrücken? Sie haben ein Kind, also brauchen sie keinen Mann? Das ist doch vollkommener Blödsinn. Sie sind eine alleinerziehende (wollende?) Mutter, nicht verheiratet. Wenn ihr Kind für sie als Ersatz für einen Partner dient, tut ihr Kind mir aufrichtig leid.
Weiter
schreiben Sie: "Kinder alleine großzuziehen, ist inzwischen eine
weitverbreitete Familienform. Doch als "Familie" im rechtlichen Sinn
gelten wir und unsere Kinder nicht. Das ist ungerecht. Daher schreibe ich hier
für mehr Pluralismus. Denn nicht die Form ist entscheidend, sondern das
WIE."
Auch hier ist es mir nicht ganz klar, was sie auszudrücken versuchen. Natürlich sind Sie und Ihr/e Kinder eine Familie. Brauchen Sie wirklich eine "rechtliche" Bestätigung dafür? Oder möchten Sie, dass der Begriff Familie neu definiert wird? Quasi: Familie = Mutter und Kind/er. Dann definieren wir doch Vater auch gleich neu: Vater = zur Zahlung verpflichteter Ex-Geschlechtspartner, der die Kinder nicht sehen darf.
Wäre Ihnen das so recht?
Am Ende, Frau B, ist es egal, was Sie oder auch ich, was das betrifft, schreiben. Ihr Kind wird irgendwann alt genug sein, um zu verstehen, wer und was Sie sind. Auf diesen Tag freue ich mich sehr. Und Sie?
P.S.: Auch wenn es mir fast körperliche Schmerzen bereitet, hier einen Link zu Ihrem geistigen Abfalleimer zu posten, tue ich es dennoch, denn dieses satirische Meisterwerk will ich niemandem vorenthalten. ;-)
P.P.S.: Eine persönliche Frage habe ich noch! Sie haben nicht zufällig denselben Stylisten wie Kathrin Oertel oder? Das Bild auf ihrem Blog lässt jedenfalls darauf schließen.
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