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Mittwoch, 1. April 2015

Schuld (Teil 1)



Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich etwas zum Thema Schuld schreiben. Wie ihr wisst, führe ich viele Gespräche mit Eltern, die verlassen wurden oder die den Anderen verlassen haben. In diesen Gesprächen fällt mir eines immer wieder auf: Derjenige, der den Anderen verlässt, spricht meist davon, dass der Andere "Schuld" hat. Im Grunde ist das nicht schlimm, es mag ja sogar so sein, dass der Andere Dinge getan hat oder vielleicht auch eben nicht getan hat, die zum Scheitern der Beziehung führten. Oft ist es aber nicht ganz so einfach.

Aber gehen wir einmal kurz davon aus, dass es tatsächlich ein einseitiges Verschulden gibt. Daraus kann/muss der "Unschuldige" seine Konsequenzen ziehen. Dies ist die Trennung an sich. Darüber hinaus hat niemand das Recht, einen Anderen zu "bestrafen". Ein wenig anders ist das natürlich, wenn Gewalt, Misshandlungen oder Ähnliches im Spiel sind. Aber auch hier ist von Selbstjustiz abzuraten. Dafür gibt es Gerichte, denn ein solcher Vorwurf muss nicht nur in den Raum gestellt sein, er muss auch bewiesen werden. Unter normalen Umständen verliert die Frage nach der Schuld aber jede Relevanz, denn die Konsequenzen sind bereits gezogen.
Da es aber in der Realität oft anders ist, möchte ich das Thema Schuld einmal näher beleuchten und stelle mir dazu drei Fragen:
1. Was ist Schuld?
2. Wie empfinden wir schuld?
3. Warum ist immer der andere schuld?

Es gibt drei Ebenen, auf denen Schuld eine Rolle spielt: die persönliche, die gesellschaftliche und die rechtliche. Letztere werde ich nur im Ansatz behandeln, da sie hier wenig von Belangen ist.

Schuld ist, auf der persönlichen und der gesellschaftlichen Ebene, ein erlerntes Konzept, das von den Konventionen unseres persönlichen Umfelds und der Gesellschaft an sich, geformt wird. So wird sich z.B. ein Schlachter selbst nicht in der Schuld sehen, wenn er eine Kuh tötet, denn es ist sein Beruf. Ein vegan lebender Mensch wiederum würde sich sehr wahrscheinlich schuldig fühlen, wenn er eben dieses tun würde, denn für ihn ist es Mord. Warum ist das so? Jeder hat seine eigenen Vorstellungen von Moral. Diese werden uns von Kindesbeinen an anerzogen. Geprägt werden diese von den Eltern, den Freunden, dem Kulturkreis und unseren eigenen Präferenzen. Das Verletzen dieser Moral führt dazu, dass wir uns schuldig fühlen. So können zwei Menschen, die in einem Haushalt wohnen, sich lieben und ihr Leben miteinander teilen, durchaus unterschiedliche Moralvorstellungen haben und somit auch Schuld unterschiedlich empfinden.

Auch von der Gesellschaft wird Schuld durchaus unterschiedlich empfunden. Ein Singlemann, der häufig wechselnde Sexualpartner hat, wird landläufig als "Checker" angesehen. Eine Singlefrau, die dasselbe macht, wird allerdings ganz anders bezeichnet und angesehen. Paradoxerweise ändert sich das, sobald man in einer Beziehung ist. Ein verheirateter Mann, der aufgrund von sexueller Frustration in der Ehe, fremdgeht, wird als Ehebrecher gesehen. Macht eine Frau dasselbe, aus denselben Gründen, wird auch hier, in der Regel, die Schuld bei dem Ehemann gesucht, denn er hätte sich mehr um die Bedürfnisse der Frau kümmern müssen.

Noch komplexer wird das Ganze, wenn das gesellschaftliche, das rechtliche und das persönliche Empfinden von Schuld kollidieren. Ein amerikanischer Soldat, der im Krieg einen Mann getötet hat, wird in seinem eigenen Land von manchen als Nationalheld gefeiert, von anderen als Mörder gesehen. Er selbst kann dabei schreckliche Schuldgefühle empfinden, die ihn seelisch zerstören können. Vor dem Gesetz wird er als vollkommen unschuldig gesehen.
Ein Mann, der aus Habgier einen anderen tötet, wird von der Gesellschaft und vor dem Gesetz allgemein hin als schuldig gesehen. Er selbst kann sich aber vollkommen unschuldig fühlen. Dafür muss keine geistige Störung vorliegen, es liegt einfach an seinen moralischen Vorstellungen.

Nun müssen wir versuchen zu verstehen, wie wir selbst Schuld empfinden.
Das Bewerten der Frage "Wer hat Schuld?" ist, besonders im Zusammenspiel zweier Individuen, oft eine sehr subjektive Angelegenheit. Dazu möchte ich euch zwei Beispiele nennen.
1. Eine Person hält ein Glas mit Wasser in der Hand und lässt es fallen. Dieses zerschellt am Boden. Ein klarer Fall, die Person ist schuld, dass dieses Glas zerbrochen ist, denn sie hat es losgelassen.
2. Ein Mann und eine Frau halten gemeinsam ein Glas mit Wasser in ihren Händen. Beide verlassen sich darauf, dass der jeweils andere das Glas festhält, und lassen dieses in dieser Annahme los. Das Glas fällt zu Boden und zerbricht. Wer ist schuld? Hier ist die Frage nicht mehr ganz so einfach zu beantworten. Klar, für ihn ist sie schuld, er hat sich ja auf sie verlassen. Klar ist auch, für sie ist er schuld, denn auch sie hat sich auf ihn verlassen. Ich würde behaupten wollen, dass beide zu gleichen Teilen schuldig sind. Die Verfehlung liegt hier aber nicht darin, dass sie das Glas losgelassen haben, sondern dass sie nicht miteinander kommuniziert haben. Hätten sie dies getan, hätten sie sich absprechen können, wer das Glas wann hält.

Hier lässt sich erkennen, wie subjektiv das Empfinden von Schuld und dessen Verteilung sein kann.
Interessant und vor allem hinderlich wird das Ganze dann, wenn nach der Trennung Kinder im Spiel sind. Oft steht das Empfinden von Schuld oder viel mehr das Zuweisen von Schuld, dabei im Weg, Regelungen beispielsweise für den Umgang mit den Kindern zu finden. Hier kommt dann das zum tragen, was ich anfangs bereits erwähnte. Die Konsequenz ist bereits gezogen, man hat sich vom anderen getrennt. Somit ist es nicht mehr relevant, wer an der Trennung Schuld ist oder nicht, denn man hat sich voneinander getrennt, aber nicht von den Kindern.

Oft habe ich beobachtet, dass es immer der Andere sein soll, der die alleinige Schuld an der Trennung trägt. Warum ist das so? Die Medien, die Gesellschaft und auch unser direktes Umfeld suggerieren uns eine Erwartungshaltung. Es wird von uns erwartet, dass alles immer glatt laufen muss. Der Job muss sicher sein, das Einkommen möglichst hoch und die Familie muss harmonisch funktionieren. Erkennen lässt sich das sehr schön daran, dass selbst in den zerstrittensten Familien nach außen hin oft ein Bild der perfekten Harmonie mit allen Mitteln aufrechterhalten wird. Wenn eine Beziehung also scheitert, haben wir versagt. Wir haben uns, unsere Erwartungen und die Erwartungen unseres Umfeldes sowie der Gesellschaft enttäuscht. Für viele, ich würde sogar behaupten wollen, für die meisten, ist das nur sehr schwer bis gar nicht hinnehmbar. So versuchen wir, die Schuld dieses Scheiterns von uns zu weisen. Lasten die Schuld dem anderen auf. Damit versuchen wir uns selbst, unser Umfeld und die Gesellschaft zu belügen. So hört man immer wieder Sätze wie: "Ich war es nicht. Wenn die Umstände nicht [...], dann hätte ich nicht!" oder "Ich bin nicht schuld. Wenn du nicht [...], dann wäre das nicht passiert!"
Damit belügen wir nicht nur uns und unsere Umgebung, nein, wir versuchen auch, unser eigenes Selbstwertgefühl zu stärken. Wir nehmen uns damit aber auch die Chance, aus unseren Fehlern zu lernen. Dafür müssten wir diese Fehler eingestehen, was jedoch ein mögliche Ablehnung oder das Risiko, als Versager abgestempelt zu werden, in sich birgt. Jedoch besteht diese Angst meist nur in unserer eigenen Vorstellung.

"Jeder Fehler, aus dem wir lernen, ist ein Erfolg." - Malcom Forbes.

Das Ganze führt mich persönlich an den Anfang meiner eigenen Trennung zurück. Damals konnte ich nicht verstehen, was geschehen war und für mich war klar, dass es allein ihre Schuld war. Irgendwann wurde mir aber klar, nicht ganz ohne Hilfe, dass es eben nicht einfach nur ihre alleinige Schuld ist. Sie hat Dinge getan, die für mich nicht nachvollziehbar waren und noch immer nicht sind. Ich hingegen habe Dinge getan, die für sie nicht nachvollziehbar sind. Das, was ich getan habe, war für sie so schlimm, dass sie auch nach der Trennung nicht darüber hinwegsehen kann. Was sie tat, war für mich genauso schlimm. So drehten wir uns immer wieder im Kreis, wiesen uns gegenseitig die Schuld zu und konnten die Position des anderen weder sehen noch verstehen.
Als ich aber schließlich erkannte, dass es nicht mehr relevant ist, wer Schuld hat, aufhörte, darüber zu reden und die Schuld an sie abzugeben, besserten sich die Dinge. Langsam aber merklich. Das ist ein Prozess, der immer noch andauert, aber ich denke, es ist der richtige Weg.

So möchte ich euch nun das sagen, was mir damals gesagt wurde, euch das mit auf den Weg geben, was mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin und dazu beigetragen hat, die Dinge zu erreichen, die ich erreicht habe.

"'Wer hat schuld?', ist falsch gedacht! Richtig muss es heißen: 'Wie können wir uns einig sein?'" - Hans-Jürgen Gaugl.

So möchte ich euch ein paar Fragen mit auf den Weg geben:
"Wie definiere ich, für mich selbst, Schuld?"
"Wie viel Schuld trage ich selbst an der Trennung von meinem Ex-Partner?"
"Wie viel Schuld trägt mein Ex-Partner und warum trägt er diese, meiner Ansicht nach?"
"Was kann ich selbst für mich und meine/n Ex-Partner/in tun, um mit dem Schuldgefühl bzw. der Zuweisung dessen, besser umzugehen?"
"Wie kann mir/uns das dabei helfen, einen Konsens zu finden?"


Alles Gute,
Thomas

P.S.: Mein Dank geht an Rene für das Bild.
Copyright by ReNatus-Photographie 2013





Samstag, 21. März 2015

Die Wahrheit?


Hallo ihr Lieben,

seit ich selbst betroffen bin und diesen Blog schreibe, lese ich immer wieder davon, dass Eltern ihren Kindern die "Wahrheit" sagen. Meist sind es die Elternteile, die ausgegrenzt werden, sich gegen falsche Anschuldigungen behaupten müssen, denen der Umgang zu den Kindern verboten oder erschwert wird und die von ihrem Ex-Partner diffamiert werden. Sie möchten ihre Kinder nicht belügen, sie sehen keinen Grund dazu, denn sie haben ja nichts getan. Alles, was gegen sie vorgebracht wird, ist gelogen.

So sagen sie ihren Kindern beispielsweise:
"Nein Schatz, ich möchte dich immer bei mir haben, nur Mama/Papa will nicht, dass du bei mir bist."
"Mama/Papa hat uns verlassen, deshalb sind wir jetzt allein, denn Mama/Papa hat uns nicht mehr lieb."
"Mama/Papa hat mich angezeigt. Sie/er sagt, ich hätte sie/ihn geschlagen, aber das stimmt nicht."
"Mama/Papa lügt und es geht ihr/ihm nicht um dich, sie/er will nur mich bestrafen. Was du willst, ist ihr/ihm egal!"

Das sind nur einige Beispiele der Wahrheiten, die Kindern, in dem Glauben, man sei im Recht, gesagt werden. Es mag sogar sein, dass es die Wahrheit ist oder das, was wir persönlich als Wahrheit empfinden. Aber ist es sinnvoll, Kinder mit so etwas zu konfrontieren? Ich verstehe den Impuls, die Wahrheit sagen zu wollen. Mir ging es anfangs nicht anders. Es ist eine ganz natürliche Reaktion, denn man hat ja nichts von alledem, was einem angelastet wird, getan. So sagt man sich selbst: "Ich bin nicht wie die/der Ex. Ich sage die Wahrheit und lasse mich nicht auf ihr/sein Niveau herab". Man sollte die Kinder nicht belügen und ehrlich währt bekanntlich am längsten, so redet man sich zumindest selbst immer wieder ein.

Hierbei werden allerdings einige Denkfehler begangen.
Erstens: Die Kinder werden mit demselben Maß genommen, wie man es bei einem Erwachsenen tun würde. So denkt man: Jemand erzählt eine Lüge über mich, also stelle ich die Dinge klar. Kinder nehmen so etwas allerdings ganz anders auf als wir Erwachsene. Den Kindern fehlt meist das Verständnis der Situation, sie können nicht bewerten, was wahr ist und was gelogen. So sehen sie nur: "Mama redet schlecht über Papa und/oder Papa redet schlecht über Mama." So sagt vielleicht einer von beiden die Wahrheit und fühlt sich somit im Recht, doch beide tun ihrem Kind das Gleiche an. Sie bringen es in einen Interessenkonflikt, den es nicht bewältigen kann. Sie zwingen das Kind, sich entscheiden zu müssen. "Wem soll ich glauben?" Sollte man ein Kind wirklich vor eine solche Entscheidung stellen? Wäre es nicht sinnvoller, diesen Kreislauf zu durchbrechen, sich selbst rauszunehmen, dem Kind Geborgenheit, einen festen Halt, Liebe und die Gewissheit zu geben, dass es beide lieben darf? Dies bewirkt bei Kindern weitaus mehr und vor allem wirkt es nachhaltiger als die "Wahrheit".

Anmerkung: Der Fehler, der hier begangen wird, ist derselbe, den viele Gegner der Doppelresidenz begehen. Auch diese behandeln Kinder nach den Maßstäben eines Erwachsenen. Das Lieblingsargument ist hier: "Die ständigen Wechsel bringen Unruhe in das Leben des Kindes". Vergessen wird hier, dass Kinder die Welt ganz anders erleben als wir Erwachsenen. Mein Lieblingsbeispiel ist diesbezüglich immer wieder das unterschiedliche Empfinden von Zeit. Wisst ihr noch, damals, als ihr Sommerferien hattet? Diese 6 Wochen waren so unglaublich lang. Man hatte fast ein ganzes Leben Zeit, um all die Dinge zu tun, die man während der Schule nicht tun kann. Doch wie ist das heute? Wenn ich darüber nachdenke, wie lang mir diese 6 Wochen im Alter von 12 Jahren vorgekommen sind, sind diese Wochen heute, im Alter von 30 Jahren, schon fast wieder vorbei. Wie muss sich dann ein Tag für einen Dreijährigen anfühlen? Oder gar eine ganze Woche?


Zweitens: Sagt man seinem Kind die Wahrheit über das, was die/der Ex macht, so ist man auf demselben Niveau wie ebendiese/ebendieser. Dabei ist es vollkommen irrelevant, ob ihr "nur" die Wahrheit sagt und ob eure Intentionen rein sind. Hier zählt nur, was ihr eure Kinder durchmachen lasst und was nicht, denn am Ende geht es bei solchen Dingen, und das ist es, was die meisten nicht verstehen oder wahrhaben wollen, nicht um euch, sondern es geht um eure Kinder.


Ich kann, wie immer, nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. In meiner Trennung gab es mehr als genug "Wahrheiten", die ich meinen Kindern hätte erzählen können. Diese gibt es auch weiterhin. Spricht mein Sohn mich auf so etwas an, versuche ich einfühlsam zu sein. Sagt er zum Beispiel: "Mama sagt, du bist ein Lügner", dann sage ich nicht "Mama ist selbst eine Lügnerin. Glaube ihr kein Wort davon, mein Sohn". Nein, ich frage ihn: "Was denkst du? Wie fühlst du dich dabei? Möchtest du darüber reden?" Mein Sohn antwortete in ebendieser Situation: "Nein Papa, ich glaube das nicht. Zu mir bist du immer ehrlich. Du bist mein Papa und mein bester Freund". Er war im Übrigen in dieser Situation gerade einmal 3 Jahre alt. Das hängt natürlich auch damit zusammen, was ich meinen Kindern vorlebe, denn so und nur so können wir unseren Kindern vermitteln, wer wir sind.

Im Zimmer meiner Kinder steht ein Foto meiner Ex-Frau. Hätte ich eines von ihrem neuen Lebensgefährten, würde auch dieses dort stehen, denn sie ist ihre Mutter und ihr neuer Partner ist ein fixer Punkt im Leben meiner Kinder. Sie dürfen sie lieb haben, auch wenn mir das wehtun könnte.

Sagt mein Sohn am Ende des Umgangs: "Ich will nicht zu Mama, ich möchte lieber noch bei dir sein, Papa", dann sage ich ihm "Ich hätte dich auch gerne noch länger hier, mein Schatz, aber Mama freut sich doch auf dich. Max Mustermann kommt euch doch sicher auch besuchen. dann könnt ihr zusammen spielen, das wird bestimmt toll! Außerdem sehen wir uns ganz bald wieder! Versprochen!"

Nach der Trennung habe ich gemeinsam mit meinem Sohn "Erinnerungsarmbänder" gebastelt. Eines für ihn, eines für mich und eines für seine Mutter. Er hat sein Armband getragen, bis er es eines Tages nicht mehr finden konnte. Was damit geschehen ist, kann ich nur vermuten. Sie hat ihres, laut Aussage meines Sohnes, in den Müll geworfen. Ich gehe davon aus, dass seines dasselbe Schicksal ereilt hat. Aber das ist am Ende egal, denn ich zeige ihm damit, dass er uns beide lieb haben darf. Sie hingegen zeigt ihm das Gegenteil. So kommt es nicht von ungefähr, dass er nach jedem Umgang lieber bei mir bleiben mag.

Dies ist nicht nur ein Weg, eurem Kind Leid, Zerrissenheit und Schmerz zu ersparen. Es ist auch der beste Weg, um Entfremdungsversuchen entgegenzuwirken.

Anstatt der "Wahrheit" solltet ihr euren Kindern lieber sagen:
"Ich hab dich ganz doll lieb!"
"Du bist etwas ganz, ganz Besonderes!"
"Das hast du toll gemacht!"
"Ich glaube an dich, du schaffst das!"
"Ich bin stolz auf dich!"

Wenn ihr das gelesen habt und euch selbst erkennt, denkt mal darüber nach ...

Alles Gute,
Thomas









Mittwoch, 18. Februar 2015

Vater sein.......


Hallo ihr Lieben,
vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit meinem Sohn, das mich sehr stolz gemacht und mir kurz Tränen hat in die Augen steigen lassen. Es hat mich aber auch sehr nachdenklich gemacht. So sah ich mich beispielsweise der Frage gegenüber: "Was bedeutet es eigentlich, Papa zu sein?"

Das Gespräch möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Ich: "Sag mal, glaubst du eigentlich an Gott?"
Er: "Nein!"
Ich: "An was glaubst du denn?"
Er: "Ich glaube an Papa!"

Das Gespräch hat mich nicht mehr losgelassen und ich habe mir unzählige Gedanken dazu gemacht: Was bin ich für meinen Sohn? Was will ich für ihn sein? Was wird von mir erwartet? Was erwarte ich von mir?

Es war schwer für mich, diese Fragen zu beantworten, denn ich selbst hatte keinen Vater. Also, was möchte ich für meine Kinder sein?

Ein Vorbild! Ich lebe das, was ich meinen Kindern vermitteln möchte, selbst. Auch wenn sie nicht beteiligt sind. Sage ich ihnen zum Beispiel: "Haltet eure Versprechen", halte ich all meine Versprechen. Nicht nur ihnen gegenüber, sondern jedem gegenüber. Auch möchte ich meinen Kindern zeigen, wie man ein glückliches Leben führen kann.

Ein Lehrer! Ich möchte meinen Kindern die Welt zeigen und erklären. Ich möchte meinen Kindern erklären können, wieso die Dinge so sind, wie sie sind. Gleichzeitig bin ich auch selbst ein Schüler meiner Kinder, denn ein Lehrer lernt genauso viel von seinen Schülern. Ich habe gelernt, was es bedeutet, kompromisslos zu lieben.

Ein Freund! Ich möchte, dass meine Kinder das Gefühl haben, immer und mit allem zu mir kommen zu können. Ich möchte ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, ihnen ein Fels in der Brandung sein. Ich möchte mit ihnen spielen, toben, Teepartys veranstalten, mir die Fußnägel lackieren lassen und mir Perlen in den Bart flechten lassen. Ich möchte gegen Drachen kämpfen und Prinzessinnen befreien.

Ein Held! Mein Sohn hält mich für den stärksten, schlausten und besten Menschen der Welt. Das mag egoistisch klingen, aber ich finde das toll!

Ein Vater! Ich werde immer da sein, wenn sie mich brauchen. Ich werde sie immer lieben, egal, was passiert. Ich werde immer in ihrem Interesse handeln und auf alles verzichten, solange es ihnen gut geht. Ich werde sie beschützen, vor allem, was ihnen schaden kann und vor jedem, der ihnen Böses will. Ich werde für sie und mit ihnen kämpfen, wenn ich es muss. Ich werde sie trösten, wenn sie mal traurig sind. Ich werde sie pflegen, wenn sie krank sind.
Ich möchte sie lieben dürfen und von ihnen geliebt werden.

All das und mehr möchte ich als Papa sein.
Ich liebe euch! Mehr, als alles andere auf der Welt. Ich vermisse euch, in jeder Sekunde, in der ihr nicht bei mir sein dürft. Ich denke an euch, immer und überall.

Das war's mal wieder. Ich hoffe, ich bin euch dieses Mal nicht zu sentimental.

Alles Gute,
Thomas



Dienstag, 10. Februar 2015

"Mütterrechtler" oder Mama Berlin



Hallo ihr Lieben,
ich habe mir mal eine kurze Auszeit genommen, um mein eigenes Leben zu leben. Das war nicht nur nötig, sondern hat auch echt gut getan. Nun bin ich wieder da, mir geht's super und es geht mit frisch aufgeladenen Batterien weiter!

Nun habe ich heute meine Mails gecheckt und gesehen, dass meine absolute Lieblingsbloggerin mal wieder ihre geistigen Ergüsse mit uns teilt. Sie ist eine sehr starke Frau, mit ausdrucksstarken Bildern und Ansichten, bei denen selbst Alice Schwarzer rot werden würde. Wisst ihr schon von welcher "Dame" ich spreche? Nein? Dann helfe ich euch auf die Sprünge. Ich rede von Mama Berlin!

Auch sie hatte sich eine kleine Auszeit vom Bloggerleben gegönnt. Nicht aber wie ich, um mal etwas mehr zu leben, sondern aus Angst!

"Grund ist das bedrohliche Auftreten und die Anfeindungen von sogenannten Väterrechtlern. Sie rotten sich zusammen und verpesten mit ihrem Frust die Familienwelt." - Mama Berlin.

Da ich ihren Blog nun schon länger verfolge, kann ich sie, denke ich, beruhigen. Dieses "Auftreten" und diese "Anfeindungen" sollten sie nicht allzu ernst nehmen. Denn so, wie man in den Wald hineinruft, schallt es eben auch heraus. Das Ganze richtet sich auch nicht gegen sie persönlich. Mehr gegen all diejenigen, die sie in ihrem Blog in Schutz nehmen. Diejenigen, die die gemeinsamen Kinder dem anderen Elternteil entziehen. Diejenigen, die den „sogenannten Väterrechtlern" überhaupt erst die Existenzbegründung geben.
Jedenfalls war ich nach diesem anfänglichen Text auf alles gefasst und besorgt, was Ihnen, Frau B., zugestoßen sein muss.

"Zum Beispiel spionieren sie auf Facebook andere Mütter aus. Sie schleichen sich unter falschen Namen in geheime und geschlossene FB-Gruppen ein, dort wo Mütter ihre Sorgen und Erfahrungen austauschen, sich unter sich fühlen und kopieren zum Teil deren Einträge und leiten diese an die Väter weiter, damit sie die Darlegungen der Mütter im Rechtsstreit gegen diese verwenden können." - Mama Berlin.

"Gut, das Schlimme wird noch kommen", dachte ich bei mir. Aber da habe ich mich geirrt. Es geht in diesem Blog-Post so weiter.
Frau B. mal ehrlich, glauben Sie, dass "Mütter" dies nicht ebenfalls tun? Glauben Sie, dass dies so eine starke "Anfeindung" ist, dass Sie darüber bloggen müssen? Wovor genau haben Sie bei diesem Statement Angst? Vielleicht ja davor, dass die "sogenannten Väterrechtler" langsam aber sicher ziemlich ernst genommen werden? Dass die "Allmachtstellung“ der "Mütter" langsam ins Wanken gerät? Nun, wenn das Ihre Befürchtung, ihre "Angst" ist, dann ist diese durchaus berechtigt. Ansonsten wäre ihr Post nur pures Gejammer, dass die "sogenannten Väterrechtler" die "Mütter" mit ihren eigenen Waffen schlagen.

Sie schreiben weiter: "Eine geheime Gruppe ist daher geheim, weil die Betreiberinnen schon wissen, dass es hier auch ans “Eingemachte” geht und man daher unter sich bleiben möchte. Ich finde, es ist legitim, auch mal über die Strenge zu schlagen, so lange Vorkehrungen getroffen werden, damit es niemanden stört."

Etwas im Geheimen zu besprechen ist, finde ich, immer sehr gefährlich. Vor allem dann, wenn in solchen "geheimen Gruppen" auf Facebook (welch Ironie) Tipps und Tricks verbreitet werden, wie man dem Exmann am besten die Kinder vorenthält, wie man ihn vor Gericht und Jugendamt diskreditiert oder wie sich gegenseitig aufgestachelt wird. Das gilt übrigens genauso für "geheime" Vätergruppen. Ich unterstütze so etwas niemals, aber da liegt der Unterschied zwischen Ihnen und mir. Sie sind pro Mutter, ich bin pro Kind.

"Sicher, meckern/lästern soll nicht sein, es ist nicht tugendhaft, aber doch auch normal. So wie lügen. Man sollte es nicht machen und doch macht es jede und jeder, jeden Tag. Das ist bewiesen. Tja, so sind wir." - Mama Berlin

Da gebe ich Ihnen zur Abwechslung mal ausnahmslos recht. Tja, so seid ihr, ihr Elternteile, die Bindungsintoleranz, Elternentfremdung und Kindesentzug als salonfähig erachten.

"Sich in so einer geheimen Gruppe unter falschen Namen einzuschleichen, finde ich schon merkwürdig, dann aber regelrechte Spionage zu betreiben, um darzulegen, dass hier ein Elternteil schlecht über den anderen redet und daher nicht gut für das Kind sei, ist abartig und bösartig. Kein Kind der Welt hat von so einem Verhalten etwas." - Mama Berlin

Das sehen Sie falsch, Frau B. Das hat nichts mit Spionage zu tun, das ist Verzweiflung von Vätern, die gegen ein System kämpfen, das, immer noch zu oft, der Ansicht ist, "das Kind GEHÖRT der Mutter".

Vielleicht sollten sie es mal so sehen: Das sind Väter, die nicht aufgeben, die um die gemeinsamen Kinder kämpfen, die alles dafür tun, dass die Kinder mit BEIDEN Elternteilen aufwachsen dürfen. Aber um dies so zu sehen, müssten Sie ja zugeben, dass Väter keine Eltern zweiter Klasse sind, nicht wahr?

"Es ist zu viel Schwarz/Weiß-Denke." - Mama Berlin.

Tja, naja, was soll ich dazu sagen? Dieser Satz in ihrem Blog zeugt doch davon, dass Sie auch mal gerne einen Witz auf ihre Rechnung machen. Finde ich gut! Denn ernst können Sie das nicht meinen. Zumindest nicht, wenn man den restlichen Inhalt Ihres Blogs kennt. ;-)

"Ich bin dafür, hier eher Maßnahmen zu stärken, die nicht die Absurditäten sondern den gesunden Menschenverstand fördern." - Mama Berlin

Dafür bin ich auch!! Um diese Haltung wirklich zu beweisen, könnten Sie, das wäre mein Vorschlag, ja einfach ihren Blog löschen. Damit wäre ein erster Schritt zu diesem Ziel getan.

"Dazu gehört auch, dass man nicht jedem Fürzlein Gehör schenkt, jeden Fehler der anderen akribisch aufschreibt, aufzeichnet, archiviert, protokolliert und oberlehrerhaft vorträgt und auf den anderen mit dem Zeigefinger zeigt. Sich selbst natürlich dagegen als Krone der Menschheit bewertend."

Es wird immer besser! Sie geben am Ende eines solchen Posts einen Ratschlag, den Sie, offensichtlich selbst nicht befolgen. Sonst würden Sie ja nicht darüber schreiben, oder?
Ich gehe fest davon aus, dass Sie sich in diesem Post selbst etwas auf die Schippe nehmen oder dass Sie sich den Mantel des Kindeswohls überstreifen, um so vaterfeindliche Propaganda zu verbreiten.

Das lässt sich schon an der Überschrift ihres Blogs erkennen: "Alleinerziehend ist das neue verheiratet". Was genau möchten Sie damit ausdrücken? Sie haben ein Kind, also brauchen sie keinen Mann? Das ist doch vollkommener Blödsinn. Sie sind eine alleinerziehende (wollende?) Mutter, nicht verheiratet. Wenn ihr Kind für sie als Ersatz für einen Partner dient, tut ihr Kind mir aufrichtig leid.

Weiter schreiben Sie: "Kinder alleine großzuziehen, ist inzwischen eine weitverbreitete Familienform. Doch als "Familie" im rechtlichen Sinn gelten wir und unsere Kinder nicht. Das ist ungerecht. Daher schreibe ich hier für mehr Pluralismus. Denn nicht die Form ist entscheidend, sondern das WIE."

Auch hier ist es mir nicht ganz klar, was sie auszudrücken versuchen. Natürlich sind Sie und Ihr/e Kinder eine Familie. Brauchen Sie wirklich eine "rechtliche" Bestätigung dafür? Oder möchten Sie, dass der Begriff Familie neu definiert wird? Quasi: Familie = Mutter und Kind/er. Dann definieren wir doch Vater auch gleich neu: Vater = zur Zahlung verpflichteter Ex-Geschlechtspartner, der die Kinder nicht sehen darf.
Wäre Ihnen das so recht?

Am Ende, Frau B, ist es egal, was Sie oder auch ich, was das betrifft, schreiben. Ihr Kind wird irgendwann alt genug sein, um zu verstehen, wer und was Sie sind. Auf diesen Tag freue ich mich sehr. Und Sie?


P.S.: Auch wenn es mir fast körperliche Schmerzen bereitet, hier einen Link zu Ihrem geistigen Abfalleimer zu posten, tue ich es dennoch, denn dieses satirische Meisterwerk will ich niemandem vorenthalten. ;-)


P.P.S.: Eine persönliche Frage habe ich noch! Sie haben nicht zufällig denselben Stylisten wie Kathrin Oertel oder? Das Bild auf ihrem Blog lässt jedenfalls darauf schließen.

Sonntag, 11. Januar 2015

Kindeswohl die zweite....


Hallo ihr Lieben,

auf meinen letzten Beitrag habe ich einiges an Rückmeldungen bekommen. Leider musste ich mal wieder erkennen das es unter den Menschen, die sich für das Kindeswohl interessieren, auch immer wieder Wölfe im Schafspelz gibt.

In einigen Kommentaren und Mails die mich erreicht haben wurden meinungen ausgeschrieben die ich für sehr gefährlich halte. Wenn jemand sich den Mantel des Kindeswohles überstreift und dann ansichten vertritt die, nach kurzem überlegen, als Propaganda und Elternteil bevorzugung entlarvt werden können finde ich das mehr als verabscheuungswürdig. Das alles in nette worte gepackt und immer schön sachlich versteht sich.

So wurde mir gesagt; "Du machst das Kindeswohl sehr stark von der Umgangsregelung abhängig, aber ich glaube, man sollte viel mehr im Auge behalten, dass sich für das Kind nicht so viel verändert. Man sollte genau betrachten, auch die Eltern, wer verbrachte denn nun die meiste Zeit mit dem Kind von Geburt an. Wer hat es die meiste Zeit betreut, und nicht damit es den einen Partner nicht verliert, was es ja gar nicht tut, teilen wir das Kind mal auf. Wenn die Mutter die Hauptbetreuungsperson war, dann sollte es für das Kind so bleiben, und dem Vater sollte ein großzügiger Umgang eingeräumt werden. So verändert sich für das Kind nicht viel außer, das der Papa jetzt nicht mehr zu Hause wohnt. Umgedreht wäre es genauso der Fall . Denn meistens war es doch so, dass die Mutter die Hauptbetreuungsperson war, wenn überhaupt verkürzt gearbeitet hat und der Kindesvater Arbeiten war und abends nach Hause kam. Warum muss mit einem mal ein Wechselmodell her, welches das Kind zusätzlich verstört, denn in dieser Situation hat es noch nie gelebt und wird damit auch oft total überfordert."

Das ist eine aussage die ich für Gefährlich halte. Auf den ersten blich scheint hier das Kindeswohl im vordergrund zu stehen. Jedenfalls wird es so verpackt. Ich bin mir sicher das viele diese Einstellung auch so annehmen würden. Allerdings ist die tatsächliche Absicht schnell erkannt. Hier wird schlichtweg nach wegen gesucht die Mütter zu bevorzugen. Es ist natürlich durchaus möglich, das die Dame die dies schrieb, die besten Absichten hat, es nicht böse meint und der Ansicht ist sie würde damit wirklich das Kindeswohl vertreten. Aber das macht es, meiner Ansicht nach, nur noch gefährlicher.Im Kindeswohl gibt es keinen Platz für ich bezogenes denken. Wer an Kindeswohl denkt, denkt automatisch an das wohl ergehen eine anderen. Darin darf kein "Ich" vorhanden sein. Man muss sich selbst aus dieser Gleichung raus nehmen. Nur dann kann das Ergebnis schlüssig sein. 

Auch das argument "Hauptbezugsperson" und "der Mann war ja meistens Arbeiten" sind eher dürftig. Erstens; wieso sollt man als Elternteil dafür bestraft werden die Familie ernährt zu haben? Da Opfert man die zeit mit der Familie und legt sich krumm, so das man der Familie ein leben bieten kann das sie verdient und wird am ende dafür gestraft. Auch muss bemerkt werden das es in über 80% der fälle wohl die Väter wären die hierdurch den kürzeren ziehen würden. Das alleine entlarvt diese Ansicht als Misandristisch.
Zweitens; Hauptbezugsperson ist ein unwort das verboten gehört. Kinder sind so flexibel und lernfähig. Sie sind wie ein leeres Blatt und können auf die verschiedensten arten neu Beschrieben werden. Es geht hier ja besonders um kleine Kinder, denn große können ihre Meinung zu dem Thema ja selbst äußern. Je kleiner das Kind desto besser verkraftet es ein Wechselmodell. Da muss man sich eben an dingen wie dem Alter orientieren. Ein Kind von einem Jahr sollte Täglich wechseln. Einen Tag bei der Mutter, einen Tag beim Vater. Ein 2 jähriges Kind 2/2, ein 3 jähriges 3/3. Ihr seht worauf ich hinaus will? Natürlich ist das nicht in allen Familien möglich. Nicht jeder kann sein leben auf diese Situation anpassen. Aber es gibt immer Wege. Sofern die Eltern, wie ich bereits früher sagte, zusammen das wohl der Kinder verfolgen, immer Konsens und Kompromiss bereit bleiben ist immer eine lösung greifbar.

Das thema Kindeswohl ist sehr Umfangreich. Aber, hat man sich getrennt und Streitet sich über den Umgang, gibt es wohl ansonsten wenig zu bereden. So ist der Umgang das einzigste Thema das es zum wohle des Kindes zu bereden gibt. Denn es geht den anderen Elternteil nichts mehr an was der andere in seiner Umgangszeit mit dem Kind unternimmt, welche Wertvorstellungen vermittelt werden oder welcher "Erziehungstil" zum tragen kommt. 

Alles gute,
Daddy

Freitag, 9. Januar 2015

Kindeswohl


Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich mit euch über das Thema Kindeswohl reden.
In Umgangs und Sorgerechts Streitigkeiten ist das Kindeswohl eine der beliebtesten "Waffen" überhaupt. Es ist nirgendwo tatsächlich definiert und so ergibt es sich das Aussagen die zum Wohle eines Kindes getroffen werden niemals auf Tatsachen beruhen, sondern immer nur Meinungsäußerungen sind. Dafür kann niemand zur Rechenschaft gezogen werden. Das macht es wiederrum zu einer sehr gefährlichen Angelegenheit. Auch ich habe heute erkennen müssen, wie stark die Vorstellungen über das "Wohl des Kindes" auseinander gehen können selbst wenn man sich in den Grundzügen einig ist.

Beispiel; Beide Elternteile wollen das Ruhe für das Kind einkehrt, weniger Wohnungswechsel. Da könnte man doch meinen es wäre einfach einen Konsens zu finden. Wenn die Elternteile sich dann aber über den Umfang des Umgangs nicht einig werden ist es wieder sehr schwer. Elternteil 1 ist der Ansicht die Kinder brauchen EIN Zuhause. Elternteil 2 ist der Ansicht, Kinder brauchen eine gleichwertige Bindung zu beiden Elternteilen und können auch sehr gut mir ZWEI Zuhause leben.

Nun muss man, denke ich, erst mal betrachten welche Vorteile die jeweiligen Positionen haben.
Beide wollen sagen wir mal 4 Wohnungswechsel im Monat. Der Unterschied ist das bei dem Modell 1 die Umgänge in einem 5 zu 10 Rhythmus laufen. Also 5 Tage beim einen 10 Tage beim anderen Elternteil. Bei Modell 2 ist es ein 7 zu 7  Rhythmus. Also 7 Tage beim einen und 7 Tage beim andern Elternteil.
Nun versuchen wir mal die Vorteile zu sehen. Beide Modelle gewähren eine gewisse Eingewöhnungs-Zeit nach dem Wohnungswechsel. Bei Modell 2 sind diese wohl etwas besser gesetzt und geben beiden Elternteilen die Möglichkeit die gleiche "qualitativ hochwertige" Zeit nach dem Wohnungswechsel zu genießen. Das ist bei 1 nicht der Fall. Bei Modell 1 hat das Kind zwar auch bei beiden genug Zeit sich einzugewöhnen, aber die "qualitativ hochwertige" Zeit ist sehr ungleich verteilt. Davon wird das Kind also nicht profitieren und es ist somit, logischerweise, als Nachteil zu sehen.

Hier beende ich das Beispiel da es nun weiter darum geht einen Kompromiss zu finden der dem wohl des Kindes zuträglich ist. Dafür müssen wir uns erst mal die Frage stellen; Was ist Kindeswohl?

Viele werden hier so argumentieren: Kindeswohl ist das was die Eltern oder der Elternteil für das beste zum Wohle des Kindes hält.
Hier muss man sich aber die Frage stellen ob Elternteile nach einer Trennung wirklich dazu in der Lage sind ihre eigenen Bedürfnisse außer Acht zu lassen, um so nur zum Wohle des Kindes zu handeln. Das wird sogar noch wichtiger je Konflikt belasteter die Trennung ist. Ist es zum Wohle des Kindes wenn es von einem Elternteil ganz oder überwiegend getrennt ist?

Wir alle sind uns wohl darin einig das es am besten wäre wenn die Eltern zusammen leben und das Kind in der Familie aufwachsen kann. Das ist nach einer Trennung aber meistens unmöglich. So finde ich es immer wieder paradox wenn von dem "Besten für das Kind" gesprochen wird. Denn das ist faktisch nicht mehr möglich. So geht es bei Umgangsverhandlungen doch mehr darum das geringste Übel zu finden. Das klingt sehr pessimistisch ich weiß. Aber ich würde es eher als Realismus bezeichnen. Als die Eltern sich trennten haben sie das Beste für das Kind unmöglich gemacht. Um nun also das geringste Übel zu finden, ist es unumgänglich das alle beteiligten abstriche machen müssen. Eltern und Kinder gleichermaßen. Das ist aber gar nicht so tragisch wie es sich anhört. Auch mit Abstrichen kann man ein glückliches Miteinander finden. Dafür müssen sich aber alle einig sein und Konsens oder Kompromiss bereit bleiben.

Meiner Meinung nach ist es genau DAS was Kindeswohl ausmacht. Das die Eltern sich zusammen setzen und eine angemessene, den Umständen angepasste, gleichberechtigte und faire Lösung finden. Wenn das geschieht und es nirgendwo böses Blut gibt, dann ist das Wohl des Kindes erreicht und gesichert.

Jeder Elternteil der seine Ansichten was das Wohl des Kindes angeht als absolut sieht und nicht zum Kompromiss bereit ist, zum miteinander statt gegeneinander und zur friedlichen Lösung handelt nur bedingt oder gar nicht zum Wohl des Kindes. Natürlich gibt es auch Situationen in denen ein Kompromiss nicht mehr erreicht werden kann, in der eine oder beide Seiten niemals an einem Kompromiss Interesse hatten, aber dazu sollte es nicht kommen. Nicht wenn von Kindeswohl die Rede ist.

Als Fazit gilt wohl; "Solange das Kindes wohl nirgends klar definiert ist, können keine Entscheidungen zum Wohle des Kindes beim Gericht oder dem Jugendamt getroffen werden. Wir brauchen klare Richtlinien an denen sich orientiert werden muss. Nicht schwammige, unklare und sehr vage Geschwafel das uns allen aufgetischt wird. Im Moment kann jeder Depp seine Meinung in den Raum werfen und damit recht bekommen. Das kann in einem solch gewichtigen Thema wie dem Wohl unserer Kinder nicht länger toleriert werden."

Also nochmal; Sucht einen Kompromiss, geht aufeinander zu, eine Optimale Lösung gibt es nicht nur das geringste Übel. Ihr könnt nur miteinander für das Wohl eurer Kinder Arbeiten. Ohne dies werden eure Kinder IMMER leiden. Egal welche Regelung getroffen oder beschlossen wird.

Alles Gute,
Daddy

Montag, 5. Januar 2015

Die Wut Maske......

Hallo ihr Lieben,

in letzter zeit sehe ich mich immer wieder starker Kritik und missfallen ausgesetzt was meinen Blog angeht. Nicht aus dem kreise meiner Bekannten, Freunde und Familie, nicht von Müttern die nicht wollen das auch Väter teil des Lebens ihrer Kinder sind, sondern tatsächlich von Vätern.

Mir wurde untätigkeit vorgeworfen. Ist es untätigkeit wenn ich nicht wegen jeder sache vor Gericht ziehen will? Ist es untätigkeit wenn ich versuche einen Konsens oder einen Kompromiss zu erreichen? Wenn ich versuche de eskalierend zu wirken?

Ich frage mich was diese Väter möchten. Frieden für ihre Kinder oder Recht haben? Ich halte mich nur ungern an Statistiken oder Medienberichte. Fakt ist aber das ich nun einige betroffene Väter kenne und mir ihre Geschichten angehört habe. Für mich hat sich da ein klares Bild ergeben. Je Aggressiver vorgegangen wird desto weniger wird erreicht. Nun verstehe ich den Impuls auf die Barrikaden zu gehen, die Messer zu wetzen und brüllend auf den "Gegner" zu zustürmen. Es ging mir stellen weise nicht anders. Aber man muss sich mal überlegen wie in einer solchen Situation reagiert wird. Auf Angriff folgt entweder ein Gegenangriff oder eine klare Abwehrhaltung. Beides sorgt dafür das die Fronten verhärten. Es gibt einen unterschied zwischen sich verteidigen und zurück schlagen. Dieser ist fein aber entscheidend. Verteidige ich mich reicht es die Vorwürfe und Anschuldigungen zu entkräften. Schlage ich zurück klage ich obendrein und löse beim gegenüber eine neuerliche Abwehrreaktion aus die es am ende nur schlimmer macht. Das ist ein Kreislauf der sich immer wiederholt wenn man ihn nicht unterbricht. Ich habe mich dazu entschlossen dies zu tun. Ich bin keines Wegs untätig. Ich verteidige mich gegen jeden Vorwurf der mir gemacht wird und das Erfolgreich. Ich verwende meine Energien lieber darauf unseren Kindern dabei zu helfen diese schwere zeit zu überstehen und zu verarbeiten. Nicht darauf mich mit Händen und Füßen zu wehren.

Es ist ok mal Sauer zu sein. Mal laut zu werden und den Gorilla zu Mimen. Das braucht jeder von uns mal. Aber das kann auch im stillen Kämmerchen sein, nicht unbedingt vor Gericht. Wenn man sich immer wieder seiner Wut und seinem Hass hingibt ist es irgend wann so weit das man selbst nicht mehr klar sehen kann. Ich möchte hierzu einen guten Freund zitieren; "Irgendwann hast nicht mehr du den Konflikt sondern der Konflikt hat dich".

In der Regel haben wir alle die Frauen, oder die Männer, mit denen wir Kinder gezeugt haben mal geliebt. Das sind Menschen die uns einst wert erschienen mit ihnen unser Leben zu teilen und eine Familie zu gründen. Wir haben sie für gut befunden. Glaubt ihr wirklich das diese Menschen von einem Tag auf den anderen zum Teufel werden? Das alles was ihr mal an diesen Menschen bewundert und geliebt habt einfach weg ist? Bei den meisten wird das wohl kaum wirklich so sein. Denn am ende bin ich davon überzeugt das viele der Elternteilen, die Eltern oder Kindes entfremdend wirken, unabhängig davon wie falsch, pervers, egoistisch oder dumm ihre Beweggründe sind, eigentlich nur das beste für die Kinder wollen. Ich will das nicht entschuldigen oder schön reden. Es ist Falsch und sofern es bewusst gemacht wird verachtenswert. Das muss klar aufhören. Aber glaubt ihr wirklich das ihr dazu beitragt wenn ihr bei jeder gelegenheilt aus vollen Rohren ballert?

Ich lese posts wie "Nehmt den Müttern die Kinder weg, gebt sie dem Vater, dann wird alles besser!"
Ich glaube nicht das es sinnvoll ist Kinder von einem Elternteil zu trennen. Egal ob Vater oder Mutter. Ich glaube außerdem nicht daran das diejenigen unter euch, die nur noch Wut und Hass in ihrem leben haben, die sprichwörtlich Rot sehen, dann in der Lage wären fair den Umgang zu regeln. Genausowenig wie der andere Elternteil der es vorher aus Wut, Hass oder falschen gründen getan hat.

Es kommt mir vor als stündet ihr vor einem Feuer und wollt es löschen in dem ihr Benzin hinnein schüttet. Ihr regt euch über Feministen auf die Männerfeindliche parolen schmettern und gebt selbst Dinge wie "Frauen sind allesamt Schmarotzer und Menschenfeinde. Frauen sind keine Menschen den sie tragen keine Menschlichkeit in sich" zum besten. Es wird sich beschwert das Männer in den Medien als Gewalttätig, Rumbrüllend und Aggressiv dargestellt werden. Das viele wirklich schnell Aggressiv, Beleidigend und Feindselig werden scheint ihr zu übersehen und wundert euch dann das ihr so dargestellt werdet.

Was ihr macht ist als ob man ein Land, mit Atomprogramm, am Einsatz der Bombe hindern will in dem man eine Atombombe drauf schmeißt.

Andere tun die erfolge die ich zu verzeichnen habe als "Glück" ab. Ich hatte einfach Glück das ich nicht an total Ideologisch verbohrte Menschen geraten bin. Schauen wir nochmal zurück an den Anfang dieses Postst. Unter all den Vätern mit denen ich geredet habe, waren nur einige wenige wirklich Erfolgreich. Nun dürft ihr mal raten was diese Väter und ich gemeinsam haben. Nein sie hatten nicht alle Glück. Sie haben sich allesamt immer um eine friedliche Lösung bemüht. Auf den Konsens hingearbeitet. Ich habe keine einzigen Vater gefunden der so handelte und nicht erfolgreich war. Dafür aber einen ganzen Haufen von Vätern die mit Wut geklagt haben, beim JA laut wurden und sich ihrem Hass hingegeben haben. Jetzt dürft ihr nochmal raten wieviele davon Erfolg hatten. Richtig. Keiner!

Das liegt nicht nur daran das es wirklich einen Konsens gab. Sondern auch an dem was ich in "Sender und Empfänger" beschrieben habe.
Sicher es ist wichtig das sich auch die Gesetze ändern. Das ist ein Ziel das meine volle Unterstützung hat. Aber noch wichtiger ist das sich die Einstellung der Menschen ändert. Das wir uns nicht mehr bekämpfen. Selbst wenn nur einer nicht mit Kämpft kann das viel bewirken. Denn der gegenüber wird sich irgendwann fragen "gegen was Kämpfe ich noch mal?" oder "weshalb gehe ich noch mal in Abwehrhaltung?". Man kann Kämpfen, Argumentieren und Gesetze ändern so viel man will. Solange wir nicht die Köpfe, das Gewissen und die Liebe zu den Kindern beim gegenüber erreichen, bewirken wir nichts. Nur das es bei Gericht mehr Paragraphen zu berücksichtigen gibt. 

Seinen wir doch alle mal ehrlich. Ihr seit verbittert und versteckt euch hinter einer Maske aus Wut und Hass. Ihr wollt sicher im Grunde alle das richtige. Aber ihr verliert den Blick darauf durch diese Maske. Denn sie lässt euren Blick nur starr auf einen Punkt gelenkt. Das es viele Wege zum Ziel gibt könnt ihr nicht mehr erkennen. Also nehmt sie ab die Maske.

Ich spreche hier niemanden direkt an. Einige werden sich direkt angesprochen fühlen. Das ist auch gut so. Denn dann habe ich euch erreicht. Was ihr daraus macht und damit anfangt ist euch überlassen. Ich werde mich nie wieder dem Hass hingeben. Ich gehe weiter meinen weg. Auch um euch zu zeigen das ihr Unrecht habt.

Alles gute,
Daddy