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Sonntag, 29. März 2015

Logik ist heute aus!


Hallo ihr Lieben,

wie einige von euch wissen, bin ich bei Facebook in Foren und auf anderen Plattformen sehr aktiv. Ich bin in Elterngruppen, AE Gruppen, Erziehungsgruppen und anderen vertreten. Meist lese ich nur still mit. Ich möchte gerne auf dem Laufenden sein, erkennen, wo die Eltern selbst die Probleme sehen und welche ich davon aus meiner Sicht angehen kann.
So habe ich in den letzten Wochen und Monaten sehr oft von einer Problematik gelesen, die mir sehr Paradox vorkommt. Besonders in den AE Gruppen wird sehr oft darüber gesprochen, dass keine Zeit mehr bleibt, um sein eigenes Leben zu leben. So lese ich zuhauf Fragen wie:
"Wie vereinbart ihr die Kinder und eure Hobbys?"
"Wie schafft ihr es, feiern zu gehen, obwohl ihr Kinder habt?"
"Ich bin alleinerziehend und habe keine Zeit mehr für mich. Wie macht ihr das?"

Jeder, der meinen Blog schon länger verfolgt, ist sich darüber im Klaren, dass ich weder Position Pro Mutter oder Pro Vater beziehe. Bei diesem Thema ergibt sich aber, ohne meinen Einfluss, der Umstand, dass diese Fragen zumeist von alleinerziehenden Müttern gestellt werden. Ich habe mir nun also die Freiheit genommen, diese Mütter auf das Thema Doppelresidenz anzusprechen, denn in dieser hätten sie ja genug Zeit, ihr eigenes Leben zu leben und feiern zu gehen, Hobbys auszuüben und dergleichen mehr. Dieser Vorschlag wurde in 8 von 10 Gesprächen, die ich geführt habe, abgelehnt. Begründungen hierfür waren die üblichen Vorbehalte gegenüber der DR, welche aber alle nicht auf Erfahrung, sondern auf Hören/Sagen beruhten. Denn niemand davon hatte die DR jemals ausprobiert. Eine Dame brachte sogar ein Argument, das meist nur unter vorgehaltener Hand gebracht wird, nämlich der Unterhalt. Ich gebe zu, es ist mutig von der Dame, dies so offen auszusprechen, aber es ist genauso traurig. Keine der Damen hat mir ein "eigenes" Argument gegen die DR geliefert. Keine hatte damit Erfahrung und keine hat sich tiefgründiger damit auseinandergesetzt, als die üblichen Vorbehalte vom JA zu bekommen.

Ich finde dies mehr als paradox, denn es wird sich auf der einen Seite mehr Zeit für sich gewünscht, auf der anderen wird dem anderen Elternteil aber nicht mehr Zeit mit den Kindern gegönnt. Wenn die Kinder doch für diese Damen eine so offensichtliche Belastung darstellen, könnte man doch davon ausgehen, dass sie froh wären, wenn ihnen diese zeitweise abgenommen wird.

Ich stelle mir also die Frage: Wieso ist das nicht so?
Die Vorbehalte gegen die DR, das weiß ich aus Erfahrung, sind meist absoluter Schwachsinn. Das einzige, tatsächliche Argument ist "Jede Trennungsfamilie muss ihr eigenes Modell finden". Wie man dies findet, ist klar. Man muss es ausprobieren und die Vor- sowie Nachteile sehen, um daraus das bestmögliche Modell zu erarbeiten. Will man dies nicht, sollte man sich auch nicht darüber beschweren, dass man keine Zeit mehr für sich selbst hat, denn man hat sich ja selbst gegen mehr Zeit entschieden. Ausgenommen sind hier, das versteht sich wohl von selbst, die Elternteile, bei denen es keinen Zweiten gibt.

Die Doppelresidenz ermöglicht es den Eltern, ähnlich wie in einer intakten Ehe bzw. Partnerschaft, Zeit mit den Kindern zu verbringen und Zeit für sich selbst zu haben. Das ist doch ein klares Argument für die Doppelresidenz.

Dieser Beitrag soll nicht als Statement gegen Mütter dienen oder als Statement für Väter. Er soll zum Nachdenken anregen.

"Wie fühlt ihr euch beim Lesen dieses Beitrags?"
"Was zieht ihr als Resümee aus diesem Beitrag?"
"Welche Konklusion kann ich aus dieser Prämisse ziehen?"
"Was kann ich selbst tun, um meine Meinung oder die meines Gegenübers zu ändern?"

Ob ihr nun Befürworter oder Gegner der Doppelresidenz seid, denkt mal darüber nach.

Alles Gute,

Thomas










Dienstag, 24. März 2015

Ist die Bibel das modernere Familienrecht?


Hallo ihr Lieben, vor Kurzem schrieb ich dies als kleine Vorstellung meiner Person und Darstellung dessen, was ich mit meinem Blog erreichen will. Nun hat mich der Vergleich zur Bibel nicht mehr losgelassen, ich sah noch weitere Parallelen zu ebendieser Schrift. Ich möchte meinen ursprünglichen Ansatz heute wieder aufgreifen und meine weiterführenden Gedanken dazu niederschreiben. 

"Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er das Feld baute, davon er genommen ist, und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem bloßen, hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens."
Ich bin kein bibelfester Mensch, aber in diesem biblischen Text erkennen sich sehr wahrscheinlich sowohl viele Mütter und Väter, als auch ich mich selbst, wieder. Wir sind Adam und werden aus dem Garten Eden, welcher unsere Familie symbolisiert, vertrieben und vom Baum des Lebens, welcher für unsere Kinder steht, getrennt. Fortan werden wir von den Cherubim, in Form von Familiengerichten, Jugendämtern und ehemaligen Familienmitgliedern von ebendiesem Baum ferngehalten. So müssen wir uns durch eine Heerschaar von angeblichen Engeln kämpfen und gegen eine rachsüchtige und scheinbar unantastbare Gottheit, unser eigenes Ego und das unseres Ex-Partners oder unserer Ex-Partnerin, aufbegehren, um noch einmal von diesem Baum kosten zu dürfen.
Kurz gesagt, nach einer Trennung beginnt oft ein Kampf um den Umgang und die Liebe der gemeinsamen Kinder. Wir sollen, ähnlich wie Kain nach dem Mord an seinem Bruder Abel, gezeichnet und aus Eden verbannt werden.
"Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, daß ihn niemand erschlüge, wer ihn fände. Also ging Kain von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseit Eden, gegen Morgen."
Nun, ich bin keine biblische Figur. Ich bin ein Vater, nicht mehr und nicht weniger. Mein Name ist Thomas, ich bin 30 Jahre alt und lebe in Scheidung. Ich bin Vater von zwei wundervollen Kindern, die ich nach langem Kampf regelmäßig sehen und betreuen darf. Ich lebe nicht im Lande Nod, jenseits von Eden. Ich lebe in der Doppelresidenz. Das mag vielleicht nicht der besagte Garten sein, aber für mich und meine Kinder ist es unser ganz eigenes Paradies. Ich schreibe diesen Blog, um euch, anhand von Artikeln, die zum Konsens gereichen, meinen Weg zu beschreiben und vorzuleben. Denn, anders als in der Bibel, sind die "Engel" und "Gottheiten", gegen die wir uns zur Wehr setzen müssen, weder allwissend noch allmächtig. Auch bedarf es manchmal, so wie in meinem Fall, keines flammenden Schwertes, um diese zu überwinden, manchmal sind die Taube und der Olivenzweig die besseren Waffen."

Nach einer Trennung kommt immer das Thema Kinderbetreuung auf den Tisch. Oft gibt sich ein Elternteil mit dem klassischen "Residenzmodell" zufrieden, manchmal können Elternteile schlichtweg nicht mehr als dieses umsetzen. Immer öfter wünscht sich ein Elternteil die Doppelresidenz. Der andere Elternteil möchte jedoch das Kind für sich allein behalten und tut es somit einer "Dirne" in dem "Urteil des Salomon" gleich. 

"Holt mir ein Schwert!' Man brachte es vor den König. Nun entschied er: 'Schneidet das lebende Kind entzwei, und gebt eine Hälfte der einen und eine Hälfte der anderen!' Doch nun bat die Mutter des lebenden Kindes den König - es regte sich nämlich in ihr die mütterliche Liebe zu ihrem Kind: 'Bitte, Herr, gebt ihr das lebende Kind, und tötet es nicht!' Doch die andere rief: 'Es soll weder mir noch dir gehören. Zerteilt es!' Da befahl der König: 'Gebt jener das lebende Kind, und tötet es nicht; denn sie ist seine Mutter.' Ganz Israel hörte von dem Urteil, das der König gefällt hatte, und sie schauten mit Ehrfurcht zu ihm auf; denn sie erkannten, dass die Weisheit Gottes in ihm war, wenn er Recht sprach.

Die Dirne handelt aus rein egoistischen Gründen und würde es dankend in Kauf nehmen, wenn das Kind durch das Schwert, welches hier die Elternentfremdung (P.A.S) symbolisiert, in zwei geteilt werden würde. Der weise König erkennt dies und spricht das Kind der wahren Mutter zu, denn diese würde lieber freiwillig auf ihr Kind verzichten, was mit dem hälftigen Verzicht in der Doppelresidenz gleichzusetzen ist, als dem Kind leid zuzufügen. 
Leider sind die Könige, mit denen wir es zu tun haben, nämlich die Richter des Familiengerichtes, oftmals nicht annähernd so weise. Für diese steht symbolisch das Schwert, das Fallbeil in der Doppelresidenz. Das Kind würde ja, zumindest was die Betreuungszeit betrifft, in zwei Hälften geteilt werden. So entscheiden sie, gleich dem König, ohne sich verantworten zu müssen, aber leider auch ohne jede Weisheit, über die Köpfe der Eltern hinweg. 
Die tatsächliche Zweiteilung des Kindes wird aber nicht auf der Ebene der Betreuungszeit vollzogen, nein, sie findet auf der seelischen statt, denn immerhin wird dem Kind ein Teil seines Lebens, sei es nun Vater oder Mutter, zum Großteil entrissen. So wird dieses Gleichnis ad absurdum geführt und die Moral der Geschichte auf den Kopf gestellt. 

So wäre es doch sinnvoll, ganz im Sinne von Salomon, eine faire Ausgangsposition zu finden. Eine Ebene, auf der sich die getrennten Eltern auf Augenhöhe begegnen können, um so den besten Weg zu finden, denn nur, wenn beide gleichberechtigt sind und den gleichen Stellenwert genießen, können faire und ehrliche Vereinbarungen zum Wohlergehen unserer Kinder getroffen werden. Man stelle sich nur einmal vor, was wir alles für unsere Kinder erreichen könnten, müssten wir uns nicht ständig über alles streiten. Man stelle sich vor, was wir auf einer fairen Ebene für unsere Kinder zustande bringen könnten, sofern wir nur miteinander kommunizieren würden, um einen gemeinsamen Weg zu gehen. Es ist ähnlich dem Turmbau zu Babel. 

"Da stieg der Herr herab, um sich Stadt und Turm anzusehen, die die Menschenkinder bauten. Er sprach: Seht nur, ein Volk sind sie und eine Sprache haben sie alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen. Auf, steigen wir hinab und verwirren wir dort ihre Sprache, sodass keiner mehr die Sprache des anderen versteht. Der Herr zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde und sie hörten auf, an der Stadt zu bauen. Darum nannte man die Stadt Babel (Wirrsal), denn dort hat der Herr die Sprache aller Welt verwirrt, und von dort aus hat er die Menschen über die ganze Erde zerstreut." 

Denn nichts anderes als das erleben wir auch in unserer modernen Gesellschaft. Unsere Sprache wird durch das Gendern von Begriffen wie "Professor" zu "Profesxx" und anderem, ähnlich wie Gott es beim Turmbau zu Babel getan haben soll, so weit verwirrt, dass sich keiner mehr versteht. Unser Denken wird durch Gender-Studies, Ampel-Frauchen oder der Frauen-Quote in Lager gespalten, die, ähnlich der Verteilung der Menschenvölker über das Antlitz der Erde durch Gott, nicht mehr dazu in der Lage sind, zusammenzuarbeiten. Wir wählen Lager und kämpfen voller Hass und Wut gegen die "andere" Seite. Anstatt uns die Hände zu reichen und aufeinander zuzugehen, schreien wir Hassparolen, wollen Rechte ändern und erzwingen, sehen nur unsere Perspektiven und Meinungen als wahrhaftig und gerecht, lassen kein gutes Haar am anderen und entfernen uns so immer weiter von dem Ziel, das wir alle verfolgen sollten. Was das ist, muss ich euch nicht erzählen.


Würde Salomon als Richter im Familiengericht sitzen, würden wohl einige Entscheidungen ganz anders ausgehen! Ich bitte euch, denkt darüber nach. Stellt euch selbst auch einmal infrage und versucht, aufeinander zuzugehen. 

Alles Gute,
Thomas






Samstag, 21. März 2015

Die Wahrheit?


Hallo ihr Lieben,

seit ich selbst betroffen bin und diesen Blog schreibe, lese ich immer wieder davon, dass Eltern ihren Kindern die "Wahrheit" sagen. Meist sind es die Elternteile, die ausgegrenzt werden, sich gegen falsche Anschuldigungen behaupten müssen, denen der Umgang zu den Kindern verboten oder erschwert wird und die von ihrem Ex-Partner diffamiert werden. Sie möchten ihre Kinder nicht belügen, sie sehen keinen Grund dazu, denn sie haben ja nichts getan. Alles, was gegen sie vorgebracht wird, ist gelogen.

So sagen sie ihren Kindern beispielsweise:
"Nein Schatz, ich möchte dich immer bei mir haben, nur Mama/Papa will nicht, dass du bei mir bist."
"Mama/Papa hat uns verlassen, deshalb sind wir jetzt allein, denn Mama/Papa hat uns nicht mehr lieb."
"Mama/Papa hat mich angezeigt. Sie/er sagt, ich hätte sie/ihn geschlagen, aber das stimmt nicht."
"Mama/Papa lügt und es geht ihr/ihm nicht um dich, sie/er will nur mich bestrafen. Was du willst, ist ihr/ihm egal!"

Das sind nur einige Beispiele der Wahrheiten, die Kindern, in dem Glauben, man sei im Recht, gesagt werden. Es mag sogar sein, dass es die Wahrheit ist oder das, was wir persönlich als Wahrheit empfinden. Aber ist es sinnvoll, Kinder mit so etwas zu konfrontieren? Ich verstehe den Impuls, die Wahrheit sagen zu wollen. Mir ging es anfangs nicht anders. Es ist eine ganz natürliche Reaktion, denn man hat ja nichts von alledem, was einem angelastet wird, getan. So sagt man sich selbst: "Ich bin nicht wie die/der Ex. Ich sage die Wahrheit und lasse mich nicht auf ihr/sein Niveau herab". Man sollte die Kinder nicht belügen und ehrlich währt bekanntlich am längsten, so redet man sich zumindest selbst immer wieder ein.

Hierbei werden allerdings einige Denkfehler begangen.
Erstens: Die Kinder werden mit demselben Maß genommen, wie man es bei einem Erwachsenen tun würde. So denkt man: Jemand erzählt eine Lüge über mich, also stelle ich die Dinge klar. Kinder nehmen so etwas allerdings ganz anders auf als wir Erwachsene. Den Kindern fehlt meist das Verständnis der Situation, sie können nicht bewerten, was wahr ist und was gelogen. So sehen sie nur: "Mama redet schlecht über Papa und/oder Papa redet schlecht über Mama." So sagt vielleicht einer von beiden die Wahrheit und fühlt sich somit im Recht, doch beide tun ihrem Kind das Gleiche an. Sie bringen es in einen Interessenkonflikt, den es nicht bewältigen kann. Sie zwingen das Kind, sich entscheiden zu müssen. "Wem soll ich glauben?" Sollte man ein Kind wirklich vor eine solche Entscheidung stellen? Wäre es nicht sinnvoller, diesen Kreislauf zu durchbrechen, sich selbst rauszunehmen, dem Kind Geborgenheit, einen festen Halt, Liebe und die Gewissheit zu geben, dass es beide lieben darf? Dies bewirkt bei Kindern weitaus mehr und vor allem wirkt es nachhaltiger als die "Wahrheit".

Anmerkung: Der Fehler, der hier begangen wird, ist derselbe, den viele Gegner der Doppelresidenz begehen. Auch diese behandeln Kinder nach den Maßstäben eines Erwachsenen. Das Lieblingsargument ist hier: "Die ständigen Wechsel bringen Unruhe in das Leben des Kindes". Vergessen wird hier, dass Kinder die Welt ganz anders erleben als wir Erwachsenen. Mein Lieblingsbeispiel ist diesbezüglich immer wieder das unterschiedliche Empfinden von Zeit. Wisst ihr noch, damals, als ihr Sommerferien hattet? Diese 6 Wochen waren so unglaublich lang. Man hatte fast ein ganzes Leben Zeit, um all die Dinge zu tun, die man während der Schule nicht tun kann. Doch wie ist das heute? Wenn ich darüber nachdenke, wie lang mir diese 6 Wochen im Alter von 12 Jahren vorgekommen sind, sind diese Wochen heute, im Alter von 30 Jahren, schon fast wieder vorbei. Wie muss sich dann ein Tag für einen Dreijährigen anfühlen? Oder gar eine ganze Woche?


Zweitens: Sagt man seinem Kind die Wahrheit über das, was die/der Ex macht, so ist man auf demselben Niveau wie ebendiese/ebendieser. Dabei ist es vollkommen irrelevant, ob ihr "nur" die Wahrheit sagt und ob eure Intentionen rein sind. Hier zählt nur, was ihr eure Kinder durchmachen lasst und was nicht, denn am Ende geht es bei solchen Dingen, und das ist es, was die meisten nicht verstehen oder wahrhaben wollen, nicht um euch, sondern es geht um eure Kinder.


Ich kann, wie immer, nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. In meiner Trennung gab es mehr als genug "Wahrheiten", die ich meinen Kindern hätte erzählen können. Diese gibt es auch weiterhin. Spricht mein Sohn mich auf so etwas an, versuche ich einfühlsam zu sein. Sagt er zum Beispiel: "Mama sagt, du bist ein Lügner", dann sage ich nicht "Mama ist selbst eine Lügnerin. Glaube ihr kein Wort davon, mein Sohn". Nein, ich frage ihn: "Was denkst du? Wie fühlst du dich dabei? Möchtest du darüber reden?" Mein Sohn antwortete in ebendieser Situation: "Nein Papa, ich glaube das nicht. Zu mir bist du immer ehrlich. Du bist mein Papa und mein bester Freund". Er war im Übrigen in dieser Situation gerade einmal 3 Jahre alt. Das hängt natürlich auch damit zusammen, was ich meinen Kindern vorlebe, denn so und nur so können wir unseren Kindern vermitteln, wer wir sind.

Im Zimmer meiner Kinder steht ein Foto meiner Ex-Frau. Hätte ich eines von ihrem neuen Lebensgefährten, würde auch dieses dort stehen, denn sie ist ihre Mutter und ihr neuer Partner ist ein fixer Punkt im Leben meiner Kinder. Sie dürfen sie lieb haben, auch wenn mir das wehtun könnte.

Sagt mein Sohn am Ende des Umgangs: "Ich will nicht zu Mama, ich möchte lieber noch bei dir sein, Papa", dann sage ich ihm "Ich hätte dich auch gerne noch länger hier, mein Schatz, aber Mama freut sich doch auf dich. Max Mustermann kommt euch doch sicher auch besuchen. dann könnt ihr zusammen spielen, das wird bestimmt toll! Außerdem sehen wir uns ganz bald wieder! Versprochen!"

Nach der Trennung habe ich gemeinsam mit meinem Sohn "Erinnerungsarmbänder" gebastelt. Eines für ihn, eines für mich und eines für seine Mutter. Er hat sein Armband getragen, bis er es eines Tages nicht mehr finden konnte. Was damit geschehen ist, kann ich nur vermuten. Sie hat ihres, laut Aussage meines Sohnes, in den Müll geworfen. Ich gehe davon aus, dass seines dasselbe Schicksal ereilt hat. Aber das ist am Ende egal, denn ich zeige ihm damit, dass er uns beide lieb haben darf. Sie hingegen zeigt ihm das Gegenteil. So kommt es nicht von ungefähr, dass er nach jedem Umgang lieber bei mir bleiben mag.

Dies ist nicht nur ein Weg, eurem Kind Leid, Zerrissenheit und Schmerz zu ersparen. Es ist auch der beste Weg, um Entfremdungsversuchen entgegenzuwirken.

Anstatt der "Wahrheit" solltet ihr euren Kindern lieber sagen:
"Ich hab dich ganz doll lieb!"
"Du bist etwas ganz, ganz Besonderes!"
"Das hast du toll gemacht!"
"Ich glaube an dich, du schaffst das!"
"Ich bin stolz auf dich!"

Wenn ihr das gelesen habt und euch selbst erkennt, denkt mal darüber nach ...

Alles Gute,
Thomas









Montag, 16. März 2015

Handsigniert - für meine treuen Leser!


Hallo ihr Lieben,

ich freue mich sehr, euch heute etwas Besonderes zu präsentieren. Danielle Gebur hat mir ein signiertes Exemplar ihres Buches "Erziehung im Wechselmodell: Trennungskinder und gelungene Erziehungspartnerschaft" zur Verfügung gestellt, welches ich an euch verlosen möchte! Um teilzunehmen müsst ihr lediglich meine Facebookseite liken und diesen Beitrag teilen. Der Gewinn wird dann per Zufall unter allen Teilnehmern verlost. Das Ganze läuft bis zum 23.03.2015 (12 Uhr). Der Gewinner wird dann von mir benachrichtigt.

FB Seite
Rezension

Freitag, 6. März 2015

Für ein selbstverständliches Wechselmodell


Hallo ihr Lieben,

wie die meisten von euch wissen suchte und suche ich nach Gastautoren. Dazu hat mich nun die zweite Zuschrift erreicht. Es ist ein sehr selbstloses und beeindruckendes Beispiel dafür wie es laufen kann, wenn die Eltern sich selbst hinten anstellen. Auch diese Mutter möchte Anonym bleiben und das werde ich, wie immer, respektieren.

Einige werden sich nun fragen "Wieso stellt er nur positive Beispiele Online?". Die antwort darauf ist einfach. Ich habe bisher keine nefgativ Beispiele bekommen ;-)


"Drei Mädels heulten hemmungslos. Die Beiden, 6 und 8, hatten Angst, ihren Papa zu verlieren. Ich, nicht mal 30, verlor meinen Mann. Nach knapp 10 Jahren war die Beziehung nicht mehr zu retten. Man wurde sich fremd und beschloss gemeinsam, dass getrennte Wege gegangen werden. Und die Mädchen bestimmten wie: „Wir wollen bei Mama und Papa“ bleiben. 
Da gab es keine Diskussion und der Schmerz unserer Töchter war so heftig, dass wir es nicht wagten, das in Frage zu stellen.

Heute, fast sieben Jahre später blicke ich zurück. Immer noch manchmal mit Tränen in den Augen, die vor allem dann kommen, wenn ich an die harte und anstrengende Zeit denke. Loslassen. Hoffen. Doch noch lieben. Verfluchen. Wenn die eigenen Gefühle ein Pendel sind, könnte es nicht maximaler ausschlagen. Schnell wurde mir klar – der einzige Maßstab, der für mich gelten muss, das sind die Bedürfnisse meiner Töchter. Meine Verletzungen, meine Ängste, mein Wunsch, ihn zu vergessen, haben hinten anzustehen. 
Lilly und Lara lieben ihren Papa über alles. Und sie lieben mich über alles. Dafür lebten wir ab dem ersten Tage der Trennung das Wechselmodell. Damals wussten wir nicht, dass der wochenweise Wechsel einen Namen hat. 
Unsere Mädels forderten dies ein und wir fügten uns. Ja, manchmal war es einfach nur FÜGEN. Ich ertrug es manchmal nur schwer, wenn die Sachen nach Papa rochen, wenn sie vom Urlaub schwärmten, von seiner tollen Frau, der neuen Wohnung. Es tat so weh. Ich war zerrissen. Und vor allem die Große, Lilly, spürte es. Ich konnte nur ehrlich sein: „Lilly, es tut weh, auch ich muss loslassen, deswegen bin ich manchmal traurig. Aber das muss ich mit mir ausmachen. Und ich will, dass ihr Papa liebt, ohne Angst zu haben, dass es mich verletzt“. Sie verstand es, nahm mich in den Arm und schwor, dass ich die beste Mama der Welt bin. 
Der Weg bis zur Scheidung war die Hölle. Ohne psychologische Begleitung wäre ich wohl kaum durchgekommen. Wie sagte er zu mir: „Ihren Weg müssen Sie selber gehen, ich kann nur die Rettungsleine halten und mit Ihnen auf der Karte schauen, welche Wege in Frage kämen“. 

Gemeinsam erkämpften wir uns diesen Weg. Weit bin ich gekommen, sehr weit. Ich schaue in den Spiegel und bin stolz auf mich. Meine Mädchen haben allergrößtes Vertrauen zu mir. Den Mut, auch Wahrheiten zu sprechen, die weh tun. Zu sagen, dass sie mehr Zeit mit Papa und seiner neuen Frau verbringen wollen. Weil sie dort eine richtige Familie sind, mit ihrer Stiefmama. 
Manche Wochen bin ich noch viel länger als Halbzeit alleine. Lasse mal die eine und dann auch wieder die andere Motte los. Lasse sie ziehen, weil ich weiß, dass sie wiederkommen. Stark und frei. Stolz und ehrlich. Ein bisschen älter und wunderschön kommen sie zurück. Was man liebt, hält man nicht fest. Kinder brauchen Mama und Papa. Sie sollten nicht darunter leiden, dass wir uns getrennt haben. 
Ja, es tut unendlich weh, verletzt, gedemütigt, ausgenutzt, betrogen und belogen zu werden. Aber das ist auf der Paarebene passiert. Das hat mit unseren Kindern nichts zu tun. Und es ist unsere verdammte Pflicht, alles dafür zu tun, dass unsere Kinder den Schaden, den wir erlitten haben, nicht in ihre eigene Beziehung mitnehmen. Von uns lernen sie, wie man Konflikte löst, oder, wenn es nicht anders geht, wie man sich anständig trennt. Wenn sie das nicht lernen, werden sie uns eines Tages spiegeln, unsere Fehler wiederholen. Über Generationen. Deswegen bin ich erhaben über den eigenen Schmerz. Ehrlich zu meinen Kindern und ehrlich zu mir selbst. Habe keine Scheu, Hilfe anzunehmen. Und ich würde mir wünschen, dass diese Hilfe selbstverständlich ist. 
Wenn Eltern sich trennen, sollte es Menschen geben, die die Hand reichen und vermitteln. Für die Kinder. Für den eigenen Seelenfrieden. Für ein selbstverständliches Wechselmodell."


Ich bedanke mich für diese beitrag und wünsche euch alles gute für die Zukunft! Ihr tut das richtige. Für manche sollten Geschichten wie diese als Beispiel und Vorbild dienen.

Bis dann und alles Gute,
Thomas 

Dienstag, 24. Februar 2015

So sollte es sein!






Die erste zuschrifft zu meinem Gast-Autoren aufruf ist heute eingegangen! Vielen Dank dafür! Die Autorin möchte Anonym bleiben! Ich bin sehr beeindruckt und spreche dieser Dame meinen höchsten Respekt aus!!


"Ich habe 2 Kinder (Sohn 14 und Tochter 11).

Mein Ex-Mann hat sich von uns getrennt, als meine Kinder 7 und 4 waren. Die Kinder haben zuvor keine dollen Spannungen oder Streitereien mitbekommen. Es kam auch eher aus „heiterem Himmel“ (zumindest für mich). Wir hatten uns aufgrund schwieriger Arbeits- und Finanzsituation etwas auseinandergelebt, da wir unterschiedlich mit den Problemen umgegangen sind. Mein Ex-Mann hat sich eine neue Partnerin gesucht, und uns dann von einem Tag zum anderen verlassen.



Zuerst fiel es für die Kinder nicht stark ins Gewicht, da der Papa sowieso meist morgens früh aus dem Haus arbeiten war, und er erst nach dem Abendessen nach Hause kam – einschließlich Samstag.



Ich war sehr verletzt, habe es aber bewusst vor meinen Kindern verborgen und niemals schlecht über ihren Papa gesprochen. Ich hatte in der Zeit einen sehr guten Freund, dem gegenüber ich meine ganzen Gedanken ausbreiten konnte, meinen Frust, mein Unverständnis und meine Wut. Es kamen Gedanken auf, wie z.b. „ein charakterlich so labiler Mensch soll am besten gar keinen Einfluss mehr auf meine Kinder haben. Ich will denen schließlich besseren Charakter beibringen“ u.ä. Es dauerte etwa 4 Monate, bis – mit einigem Ärger – dann das Besuchsrecht geregelt war. In der Zeit habe ich – eine Person, die sehr stark sich selbst und Situationen reflektiert und analysiert – viele Phasen durch gemacht, von dem Verletztsein über den Versuch ihn zurückzugewinnen, zur Wut, zur Resignation bis hin zu einer kleinen Rache. Jedoch alles, ohne dass die Kinder bewusst etwas davon mitbekommen haben. Gefühlmäßig werden sie sicher meine Stimmungslagen pp. mitbekommen haben.



Eines Tages sagte meine 4jährige Tochter: „Wer kümmert sich denn um uns, wenn du uns auch verlässt“? Ich war erschrocken über die Frage, und entsprechend mit Liebe und einfühlsamen Worten reagiert, in etwa „ich werde sie nie allein lassen“ und ähnliches. Aber mir wurde dadurch sehr deutlich, wie Kinder denken. Papa ist gegangen und hat sie verlassen, also kann eine Mutter dies auch irgendwann tun.



Nach den 4 Anfangsmonaten, in denen mein Ex-Mann die Kinder nur sporadisch gesehen hat, gab es geregelt 14tägige Papa-Wochenenden. Er holte sie bei mir ab, und brachte sie wieder zurück (Wohnt in der Nachbarstadt, also ca. 20 km entfernt). Anfänglich habe ich möglichst vermieden, ihn zu treffen, sondern die Kinder direkt rausgeschickt, wenn ich wusste dass er kam, und beim Zurückkommen gleichermaßen. Irgendwann stellte ich fest, dass meine Kinder sich nicht trauten mir zu zeigen, dass sie sich auf Papa freuen, bzw. beim erzählen versuchten, was sie gemacht hatten, oberflächlich blieben, und nicht emotional berichteten. Da habe ich für mich den Schluss gefällt, dass es vollkommen egal ist, was ich über meinen Ex denke, und wie wir zueinander stehen. Der Kinder zu liebe kann ich trotzdem freundlich zu ihm sein, und eine Faust in der Tasche machen, die die Kinder nicht sehen. So habe ich beim darauf folgenden WE die Kinder bei ihm abgeholt (nach vorheriger Absprache) und bin auf einen Kaffee mit in die Wohnung gegangen. Direkt in den Folgetagen spürte ich, dass die Kinder anders waren. Sie erzählten offen, was sie mit Papa gemacht hatten, und kurz darauf sagte mein Sohn zu mir, dass er sich gefreut hätte, dass ich mit Papa einen Kaffee getrunken hätte. Seit dem erfolgten auch die Absprachen zwischen ihm und mir weniger per Email, sondern telefonisch, so dass die Kinder dies auch mitbekamen, dass wir vernünftig mit einander telefonierten. Natürlich kamen auch mal Dinge, die zwischen ihm und mir geklärt werden mussten, was unterschiedliche Erziehungsdinge etc. anging, das habe ich sämtlich unter 4 Augen oder schriftlich gemacht, so dass die Kinder keinen Stress zwischen uns in den gesamten 5 vergangenen Jahren mitbekamen.



Mittlerweile ist es ganz normal für die Kinder, wenn sie sich freuen, wenn was besonderes ist, oder ähnliches kurz bei ihrem Papa anzurufen und zu erzählen. Oder er ruft hier an und fragt, was gewesen ist. Verschiebungen der Wochenenden aufgrund Unternehmungen der Kinder ist überhaupt kein Problem. Bei der Konfirmationsfeier meines Sohnes war der Papa mit seiner mittlerweile anderen Freundin ebenso anwesend und hat mitgefeiert. Ich hätte zwar genauso gern darauf verzichtet, aber da ich weiß, dass es meinem Sohn wichtig war, war er dabei.



Meine Freundin mit einem 4jährigen Sohn hat sich gerade vor 2 Monaten getrennt. Meine Kinder haben das ein bisschen mitbekommen. Mein Sohn meinte daraufhin. „Ich glaube, es ist ein Vorteil, wenn man so jung ist. Wir waren ja auch noch klein. Und für uns ist es irgendwie ganz selbstverständlich, dass wir Papa und Mama haben, aber dass sie nicht zusammen wohnen“.



Meine Tochter äußerte vor ca. 2 -3 Jahren mal einen erschreckenden Satz. Als Vorwissen muss man wissen, dass mein Sohn aussehensmäßig und auch in einigen wesentlichen Charakterzügen sehr stark nach mir kommt, meine Tochter dagegen nach meinem Ex-Mann. So haben wir früher oft davon geredet, „er kommt total nach mir – ist mein Sohn, sie ist deine Tochter“. Und nun sagte meine Tochter, „mich liebst du ja nicht so, wie …, da er ja wie du bist, während ich wie Papa.“ Da war ich natürlich sehr erschrocken, was so eine „doofe“ Redensart bei einem Kind bewirken kann. Dann habe ich aufgezählt, welche Arten alle genauso sind wie ich als Kind war. Fotos raus gesucht, wo sie genauso aussieht wie ich als Kind usw. Selbst heute noch mache ich es immer wieder, dass ich unauffällig darauf aufmerksam mache, wenn Eigenschaften meines Sohnes zum Vorschein kommen, die sozusagen vom Papa sind, und wenn umgekehrt bei ihr die Parallelen zu mir da sind.



In den ganzen Jahren sind meine beiden Kinder sehr stark zusammen gewachsen. Sie halten extrem zusammen, streiten wenig und sind immer füreinander da, wenn jmd. Hilfe braucht.



Natürlich wird eine gewisse Prägung immer bleiben. Aber rückblickend auf die vergangenen Jahre, und wie die Kinder heutzutage sind, würde ich sagen, wir haben den besten Kompromiss gefunden, den man finden konnte. Ich bin mir aber bewusst, dass das nur möglich war, weil wir beide es gewollt haben, weil wir beide uns zusammengerauft haben, weil wir beide ganz bewusst die Kinder von Unstimmigkeiten pp. fernhalten wollten und wollen. Ich denke auch, dass es eine gewisse Reife bei uns Erwachsenen voraussetzt, damit man nicht in der Wut, dem Frust, dem Verletztsein und dem Rachegefühl stecken bleibt. Das gehört sicher alles zum Verarbeiten dazu, aber es darf m.E. nicht das letzte Wort sein. So habe ich mir selber beispielsweise ganz bewusst vor Augen geführt, was ich für gute Jahre mit ihm zusammen, und wir als Familie hatten. Schließlich war ja nicht alles schlecht. Wenn ich aber im Nachhinein alles schlecht rede, verleugne ich ja einen ganz großen Teil meines Lebens. Dann kann ich nie ins Reine mit mir selber kommen.



Vor kurzem kam mit meinem Sohn mal das Gespräch über Partnerschaft, und da in Folge dessen auch zum nicht klappen meiner Ehe. Da sagte er, er wüsste ja gar nicht, warum wir uns eigentlich getrennt haben. Klar weiß er, dass mein Ex damals eine Freundin hatte, aber er meinte eher die Hintergründe dessen. Da habe ich ihm geantwortet, dass ich ihm das auch nicht sagen würde. Vielleicht mal viel viel später, vielleicht aber auch nie. Und habe auch die Erklärung dazu gegeben, nämlich dass ich möchte, dass er nicht beeinflusst wird von mir, was ich vielleicht nicht so gut an Papa fand. Wir hätten beide unsere Fehler gemacht, und da möchte ich nicht, dass er sich dann sozusagen Vorurteile bildet, nur weil ich irgendwie darüber denke. Er liebt Papa, und Papa liebt ihn. Papa ist ja ein Teil von ihm, und genau so soll es bleiben."

Sehr bewegend wie ich finde. Das sollte vielen als Beispiel dienen!

Alles gute,
Thomas

Mittwoch, 18. Februar 2015

Vater sein.......


Hallo ihr Lieben,
vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit meinem Sohn, das mich sehr stolz gemacht und mir kurz Tränen hat in die Augen steigen lassen. Es hat mich aber auch sehr nachdenklich gemacht. So sah ich mich beispielsweise der Frage gegenüber: "Was bedeutet es eigentlich, Papa zu sein?"

Das Gespräch möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Ich: "Sag mal, glaubst du eigentlich an Gott?"
Er: "Nein!"
Ich: "An was glaubst du denn?"
Er: "Ich glaube an Papa!"

Das Gespräch hat mich nicht mehr losgelassen und ich habe mir unzählige Gedanken dazu gemacht: Was bin ich für meinen Sohn? Was will ich für ihn sein? Was wird von mir erwartet? Was erwarte ich von mir?

Es war schwer für mich, diese Fragen zu beantworten, denn ich selbst hatte keinen Vater. Also, was möchte ich für meine Kinder sein?

Ein Vorbild! Ich lebe das, was ich meinen Kindern vermitteln möchte, selbst. Auch wenn sie nicht beteiligt sind. Sage ich ihnen zum Beispiel: "Haltet eure Versprechen", halte ich all meine Versprechen. Nicht nur ihnen gegenüber, sondern jedem gegenüber. Auch möchte ich meinen Kindern zeigen, wie man ein glückliches Leben führen kann.

Ein Lehrer! Ich möchte meinen Kindern die Welt zeigen und erklären. Ich möchte meinen Kindern erklären können, wieso die Dinge so sind, wie sie sind. Gleichzeitig bin ich auch selbst ein Schüler meiner Kinder, denn ein Lehrer lernt genauso viel von seinen Schülern. Ich habe gelernt, was es bedeutet, kompromisslos zu lieben.

Ein Freund! Ich möchte, dass meine Kinder das Gefühl haben, immer und mit allem zu mir kommen zu können. Ich möchte ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, ihnen ein Fels in der Brandung sein. Ich möchte mit ihnen spielen, toben, Teepartys veranstalten, mir die Fußnägel lackieren lassen und mir Perlen in den Bart flechten lassen. Ich möchte gegen Drachen kämpfen und Prinzessinnen befreien.

Ein Held! Mein Sohn hält mich für den stärksten, schlausten und besten Menschen der Welt. Das mag egoistisch klingen, aber ich finde das toll!

Ein Vater! Ich werde immer da sein, wenn sie mich brauchen. Ich werde sie immer lieben, egal, was passiert. Ich werde immer in ihrem Interesse handeln und auf alles verzichten, solange es ihnen gut geht. Ich werde sie beschützen, vor allem, was ihnen schaden kann und vor jedem, der ihnen Böses will. Ich werde für sie und mit ihnen kämpfen, wenn ich es muss. Ich werde sie trösten, wenn sie mal traurig sind. Ich werde sie pflegen, wenn sie krank sind.
Ich möchte sie lieben dürfen und von ihnen geliebt werden.

All das und mehr möchte ich als Papa sein.
Ich liebe euch! Mehr, als alles andere auf der Welt. Ich vermisse euch, in jeder Sekunde, in der ihr nicht bei mir sein dürft. Ich denke an euch, immer und überall.

Das war's mal wieder. Ich hoffe, ich bin euch dieses Mal nicht zu sentimental.

Alles Gute,
Thomas