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Mittwoch, 1. April 2015

Schuld (Teil 1)



Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich etwas zum Thema Schuld schreiben. Wie ihr wisst, führe ich viele Gespräche mit Eltern, die verlassen wurden oder die den Anderen verlassen haben. In diesen Gesprächen fällt mir eines immer wieder auf: Derjenige, der den Anderen verlässt, spricht meist davon, dass der Andere "Schuld" hat. Im Grunde ist das nicht schlimm, es mag ja sogar so sein, dass der Andere Dinge getan hat oder vielleicht auch eben nicht getan hat, die zum Scheitern der Beziehung führten. Oft ist es aber nicht ganz so einfach.

Aber gehen wir einmal kurz davon aus, dass es tatsächlich ein einseitiges Verschulden gibt. Daraus kann/muss der "Unschuldige" seine Konsequenzen ziehen. Dies ist die Trennung an sich. Darüber hinaus hat niemand das Recht, einen Anderen zu "bestrafen". Ein wenig anders ist das natürlich, wenn Gewalt, Misshandlungen oder Ähnliches im Spiel sind. Aber auch hier ist von Selbstjustiz abzuraten. Dafür gibt es Gerichte, denn ein solcher Vorwurf muss nicht nur in den Raum gestellt sein, er muss auch bewiesen werden. Unter normalen Umständen verliert die Frage nach der Schuld aber jede Relevanz, denn die Konsequenzen sind bereits gezogen.
Da es aber in der Realität oft anders ist, möchte ich das Thema Schuld einmal näher beleuchten und stelle mir dazu drei Fragen:
1. Was ist Schuld?
2. Wie empfinden wir schuld?
3. Warum ist immer der andere schuld?

Es gibt drei Ebenen, auf denen Schuld eine Rolle spielt: die persönliche, die gesellschaftliche und die rechtliche. Letztere werde ich nur im Ansatz behandeln, da sie hier wenig von Belangen ist.

Schuld ist, auf der persönlichen und der gesellschaftlichen Ebene, ein erlerntes Konzept, das von den Konventionen unseres persönlichen Umfelds und der Gesellschaft an sich, geformt wird. So wird sich z.B. ein Schlachter selbst nicht in der Schuld sehen, wenn er eine Kuh tötet, denn es ist sein Beruf. Ein vegan lebender Mensch wiederum würde sich sehr wahrscheinlich schuldig fühlen, wenn er eben dieses tun würde, denn für ihn ist es Mord. Warum ist das so? Jeder hat seine eigenen Vorstellungen von Moral. Diese werden uns von Kindesbeinen an anerzogen. Geprägt werden diese von den Eltern, den Freunden, dem Kulturkreis und unseren eigenen Präferenzen. Das Verletzen dieser Moral führt dazu, dass wir uns schuldig fühlen. So können zwei Menschen, die in einem Haushalt wohnen, sich lieben und ihr Leben miteinander teilen, durchaus unterschiedliche Moralvorstellungen haben und somit auch Schuld unterschiedlich empfinden.

Auch von der Gesellschaft wird Schuld durchaus unterschiedlich empfunden. Ein Singlemann, der häufig wechselnde Sexualpartner hat, wird landläufig als "Checker" angesehen. Eine Singlefrau, die dasselbe macht, wird allerdings ganz anders bezeichnet und angesehen. Paradoxerweise ändert sich das, sobald man in einer Beziehung ist. Ein verheirateter Mann, der aufgrund von sexueller Frustration in der Ehe, fremdgeht, wird als Ehebrecher gesehen. Macht eine Frau dasselbe, aus denselben Gründen, wird auch hier, in der Regel, die Schuld bei dem Ehemann gesucht, denn er hätte sich mehr um die Bedürfnisse der Frau kümmern müssen.

Noch komplexer wird das Ganze, wenn das gesellschaftliche, das rechtliche und das persönliche Empfinden von Schuld kollidieren. Ein amerikanischer Soldat, der im Krieg einen Mann getötet hat, wird in seinem eigenen Land von manchen als Nationalheld gefeiert, von anderen als Mörder gesehen. Er selbst kann dabei schreckliche Schuldgefühle empfinden, die ihn seelisch zerstören können. Vor dem Gesetz wird er als vollkommen unschuldig gesehen.
Ein Mann, der aus Habgier einen anderen tötet, wird von der Gesellschaft und vor dem Gesetz allgemein hin als schuldig gesehen. Er selbst kann sich aber vollkommen unschuldig fühlen. Dafür muss keine geistige Störung vorliegen, es liegt einfach an seinen moralischen Vorstellungen.

Nun müssen wir versuchen zu verstehen, wie wir selbst Schuld empfinden.
Das Bewerten der Frage "Wer hat Schuld?" ist, besonders im Zusammenspiel zweier Individuen, oft eine sehr subjektive Angelegenheit. Dazu möchte ich euch zwei Beispiele nennen.
1. Eine Person hält ein Glas mit Wasser in der Hand und lässt es fallen. Dieses zerschellt am Boden. Ein klarer Fall, die Person ist schuld, dass dieses Glas zerbrochen ist, denn sie hat es losgelassen.
2. Ein Mann und eine Frau halten gemeinsam ein Glas mit Wasser in ihren Händen. Beide verlassen sich darauf, dass der jeweils andere das Glas festhält, und lassen dieses in dieser Annahme los. Das Glas fällt zu Boden und zerbricht. Wer ist schuld? Hier ist die Frage nicht mehr ganz so einfach zu beantworten. Klar, für ihn ist sie schuld, er hat sich ja auf sie verlassen. Klar ist auch, für sie ist er schuld, denn auch sie hat sich auf ihn verlassen. Ich würde behaupten wollen, dass beide zu gleichen Teilen schuldig sind. Die Verfehlung liegt hier aber nicht darin, dass sie das Glas losgelassen haben, sondern dass sie nicht miteinander kommuniziert haben. Hätten sie dies getan, hätten sie sich absprechen können, wer das Glas wann hält.

Hier lässt sich erkennen, wie subjektiv das Empfinden von Schuld und dessen Verteilung sein kann.
Interessant und vor allem hinderlich wird das Ganze dann, wenn nach der Trennung Kinder im Spiel sind. Oft steht das Empfinden von Schuld oder viel mehr das Zuweisen von Schuld, dabei im Weg, Regelungen beispielsweise für den Umgang mit den Kindern zu finden. Hier kommt dann das zum tragen, was ich anfangs bereits erwähnte. Die Konsequenz ist bereits gezogen, man hat sich vom anderen getrennt. Somit ist es nicht mehr relevant, wer an der Trennung Schuld ist oder nicht, denn man hat sich voneinander getrennt, aber nicht von den Kindern.

Oft habe ich beobachtet, dass es immer der Andere sein soll, der die alleinige Schuld an der Trennung trägt. Warum ist das so? Die Medien, die Gesellschaft und auch unser direktes Umfeld suggerieren uns eine Erwartungshaltung. Es wird von uns erwartet, dass alles immer glatt laufen muss. Der Job muss sicher sein, das Einkommen möglichst hoch und die Familie muss harmonisch funktionieren. Erkennen lässt sich das sehr schön daran, dass selbst in den zerstrittensten Familien nach außen hin oft ein Bild der perfekten Harmonie mit allen Mitteln aufrechterhalten wird. Wenn eine Beziehung also scheitert, haben wir versagt. Wir haben uns, unsere Erwartungen und die Erwartungen unseres Umfeldes sowie der Gesellschaft enttäuscht. Für viele, ich würde sogar behaupten wollen, für die meisten, ist das nur sehr schwer bis gar nicht hinnehmbar. So versuchen wir, die Schuld dieses Scheiterns von uns zu weisen. Lasten die Schuld dem anderen auf. Damit versuchen wir uns selbst, unser Umfeld und die Gesellschaft zu belügen. So hört man immer wieder Sätze wie: "Ich war es nicht. Wenn die Umstände nicht [...], dann hätte ich nicht!" oder "Ich bin nicht schuld. Wenn du nicht [...], dann wäre das nicht passiert!"
Damit belügen wir nicht nur uns und unsere Umgebung, nein, wir versuchen auch, unser eigenes Selbstwertgefühl zu stärken. Wir nehmen uns damit aber auch die Chance, aus unseren Fehlern zu lernen. Dafür müssten wir diese Fehler eingestehen, was jedoch ein mögliche Ablehnung oder das Risiko, als Versager abgestempelt zu werden, in sich birgt. Jedoch besteht diese Angst meist nur in unserer eigenen Vorstellung.

"Jeder Fehler, aus dem wir lernen, ist ein Erfolg." - Malcom Forbes.

Das Ganze führt mich persönlich an den Anfang meiner eigenen Trennung zurück. Damals konnte ich nicht verstehen, was geschehen war und für mich war klar, dass es allein ihre Schuld war. Irgendwann wurde mir aber klar, nicht ganz ohne Hilfe, dass es eben nicht einfach nur ihre alleinige Schuld ist. Sie hat Dinge getan, die für mich nicht nachvollziehbar waren und noch immer nicht sind. Ich hingegen habe Dinge getan, die für sie nicht nachvollziehbar sind. Das, was ich getan habe, war für sie so schlimm, dass sie auch nach der Trennung nicht darüber hinwegsehen kann. Was sie tat, war für mich genauso schlimm. So drehten wir uns immer wieder im Kreis, wiesen uns gegenseitig die Schuld zu und konnten die Position des anderen weder sehen noch verstehen.
Als ich aber schließlich erkannte, dass es nicht mehr relevant ist, wer Schuld hat, aufhörte, darüber zu reden und die Schuld an sie abzugeben, besserten sich die Dinge. Langsam aber merklich. Das ist ein Prozess, der immer noch andauert, aber ich denke, es ist der richtige Weg.

So möchte ich euch nun das sagen, was mir damals gesagt wurde, euch das mit auf den Weg geben, was mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin und dazu beigetragen hat, die Dinge zu erreichen, die ich erreicht habe.

"'Wer hat schuld?', ist falsch gedacht! Richtig muss es heißen: 'Wie können wir uns einig sein?'" - Hans-Jürgen Gaugl.

So möchte ich euch ein paar Fragen mit auf den Weg geben:
"Wie definiere ich, für mich selbst, Schuld?"
"Wie viel Schuld trage ich selbst an der Trennung von meinem Ex-Partner?"
"Wie viel Schuld trägt mein Ex-Partner und warum trägt er diese, meiner Ansicht nach?"
"Was kann ich selbst für mich und meine/n Ex-Partner/in tun, um mit dem Schuldgefühl bzw. der Zuweisung dessen, besser umzugehen?"
"Wie kann mir/uns das dabei helfen, einen Konsens zu finden?"


Alles Gute,
Thomas

P.S.: Mein Dank geht an Rene für das Bild.
Copyright by ReNatus-Photographie 2013





Dienstag, 10. März 2015

Trennung/Mediation


Hallo meine Lieben, 

ich bin's mal wieder. Heute möchte über das Thema „Trennung und Mediation“ sprechen. Ich habe mir mittlerweile einige Trennungsgeschichten angehört und viele Eltern in ihren Trennungen begleitet. Dabei sind mir einige Dinge aufgefallen, die immer wieder auftreten. 

In den meisten fällen trennt sich der eine vom anderen. Derjenige, der sich trennt, ist meist schon ein paar Schritte weiter als der, von dem sich getrennt wird. So kommt es immer wieder zu Missverständnissen. 

Beispiel: Die Frau trennt sich vom Mann. Dieser Mann beklagte sich bei mir, dass seine Ex von ihrem Leben erzählt. Beispielsweise, was sie am Wochenende gemacht hat, wie es ihr geht und was sie mit den Kindern geplant hat. Für ihn war es vollkommen unverständlich, wie sie ihm so etwas erzählen kann. Er möchte darüber nichts wissen. Für ihn stellte sich nur eine Frage: Wenn sie ihn weiterhin als Teil ihres Lebens haben will, wieso trennt sie sich dann? Für ihn war das Verhalten seiner Ex pure Provokation und Folter. Dementsprechend hat er darauf reagiert. Er wurde wütend und sagte ihr: "Mich interessiert es nicht, was in deinem Leben passiert. Das ist mir sch*** egal!" 

Für sie ist es wiederum vollkommen unverständlich, wie er so reagieren kann. Immerhin haben sie einmal ihr leben miteinander verbracht und haben auch gemeinsame Kinder. So ist es in ihren Augen doch nur verständlich, dass sie sich eine freundschaftliche Basis behalten sollten. Dazu gehört für sie nun einmal auch der sogenannte "Small Talk". Die Reaktion des Mannes signalisiert der Ex Folgendes: "Du bist mir egal, ich hasse dich und will dich aus meinem Leben streichen." 

Und da haben wir den Salat! Beiden fehlt die Fähigkeit, sich in den anderen hineinzuversetzen. Sie ist in der Trennung schon so weit zu sagen: "Gut, unsere Beziehung ist gescheitert. Unsere Elternschaft hat damit aber nichts zu tun." Er hingegen ist noch nicht so weit. Er hat noch damit zu kämpfen, dass er seine Frau verloren hat. Beide reagieren auf den jeweils anderen und schaukeln sich hoch, immer weiter. Bis dann ein echter Krieg ausbricht. 

Noch ein Beispiel: Der Mann trennt sich von der Frau. Sie fühlt sich im Stich gelassen, sieht sich jetzt als "alleinerziehend" und bekommt das auch von allen Seiten so vermittelt. Auch von ihm. Das denkt sie zumindest, denn er hat sie ja mit den Kindern allein gelassen. Vielleicht denkt sie auch: "Er hat sich vor der Verantwortung als Vater und Ehemann gedrückt.“ Es kommt zu folgender Situation: Der Mann möchte Umgang mit den Kindern. Doch sie unterbindet das. Warum? Sie fühlt sich im Stich gelassen, denn er hat sie und die Kinder verlassen. So hat sie Angst davor, vielleicht auch nur unterbewusst, dass er die Kinder irgendwann "wieder" sitzen lässt. Sie will die Kinder also davor beschützen. Was ja, im Grunde genommen, eine gute Sache ist. Er gibt aber nicht auf und fängt an, um die Kinder zu kämpfen. Sie wertet das aber nicht als den Wunsch, weiterhin Vater sein zu können, sondern als Machtspiel des Ex. 

Für ihn ist es jedoch ganz anders. Er war in der Beziehung vielleicht nicht mehr glücklich, hat auch keinen Weg gesehen, daran etwas zu ändern. Also hat er sich, in seinem Streben nach Glück, schweren Herzens von seiner Frau getrennt. Keineswegs aber von seinen Kindern. So möchte er nun auch nach der Trennung als Vater für seine Kinder da sein. Dies wird ihm verweigert und er kann die Gründe dafür nicht verstehen. Er sieht die Intention seiner Ex-Frau nicht. Wie auch? Er hat das, was sie ihm vorwirft, nie getan, jedenfalls nicht in seiner Wahrnehmung der Trennung. So wird er, verständlicherweise, wütend, dass seine Ex ihm die Kinder vorenthält. In seiner Wut und seiner Verzweiflung wendet er sich an einen Anwalt und klagt gegen seine Ex. Für ihn ist das Handeln und Vorgehen seiner Ex nicht der Wunsch, die Kinder vor einer Enttäuschung in der Zukunft zu schützen. Für ihn ist es ein Machtspiel der Ex. 

Da haben wir den Salat schon wieder, aber dieses Mal mit Dressing! Beiden fehlt, genau wie im ersten Beispiel, die Fähigkeit, sich in den anderen hineinzuversetzen. Als Dressing kommt dazu, dass beide es nicht schaffen, besser gesagt nicht schaffen können, miteinander zu reden. So bricht auch hier ein Krieg aus. Dieser wird auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Gewinnen kann ihn niemand, denn die, die am wichtigsten sind leiden. Egal wer am Ende gewinnt, die Kinder verlieren. Das Ganze habe ich so ähnlich schon in Sender und Empfänger beschrieben. 

Wenn also die Eltern nicht in der Lage sind, miteinander zu reden, sich auf den anderen einzulassen, zu sehen, dass das Gegenüber vielleicht doch nicht einfach nur böse oder egoistisch ist, was bleibt da noch außer Krieg? 

Manche sagen nun: Alle Macht der Mutter, so kann der Vater keinen Krieg führen. 
Andere sagen: Alle Macht dem Vater, so kann die Mutter keinen Krieg führen. 

Ich sage: Mediation

Wenn in den oben von mir beschriebenen Situationen ein zertifizierter Mediator, der fähig und up to date ist, der den Eltern die Position des jeweils anderen hätte klarmachen können, anwesend gewesen wäre, hätte man den "Krieg" umgehen können. 

So kommen wir zum Kern der Sache. Eltern, die sich voneinander trennen, brauchen Hilfe. Damit meine ich keine "Familienberatung" oder den "Psychologischen Dienst" des Jugendamtes. Sie brauchen Mediation. In der Familienberatung sitzen häufig Sozialarbeiter, die nur sehr selten eine tatsächlich psychologische Ausbildung genossen haben. Nehmen wir einmal an, man hat Glück und dort sitzt jemand vom Fach, was einem Lottogewinn gleichkommt, dann hat dieser einen ganz anderen Hintergrund als ein Mediator. Natürlich ist dieser Hintergrund nicht schlechter, aber für die Situation eher ungeeignet, denn es geht hier nicht darum, eine gemeinsame Basis zu finden, einen Konsens sonder darum, eine Störung des sozialen Umfeldes der Familie festzustellen, zu lindern oder zu heilen. Ähnliches gilt für den Psychologischen Dienst des Jugendamtes. Beides kann natürlich sinnvoll sein, aber ich bin der Ansicht, dass eine echte Mediation vorzuziehen ist. 

Hier wird jemand gebraucht, der ein Gespräch so zu führen vermag, dass die (eigentlichen) "Gegner" selbstständig und eigenverantwortlich zu dem Schluss kommen, was das Gegenüber eigentlich will, denn so und NUR so kann ein Konsens, eine Lösung gefunden werden, bei der keiner als Verlierer dasteht. 

Was genau Mediation ist und wie man leicht selbst erkennen kann, ob man diese braucht oder nicht, beschreibt Hans-Jürgen Gaugl sehr geschickt in seinem Artikel. Mediation – was ist das und wann kann das helfen?


Ein Nachtrag: JEDER darf sich in Deutschland "Mediator" schimpfen! So solltet ihr immer darauf achten, dass dieser die Bezeichnung "ZERTIFIZIERTER MEDIATOR" trägt. Wenn ein Anwalt nebenher Mediation anbietet, solltet ihr besonders vorsichtig sein, denn Konsens und die Tätigkeit des Anwalts an sich stehen im krassen Gegensatz zueinander. 

Ich wünsche euch alles Gute, 
Thomas

Freitag, 6. März 2015

Für ein selbstverständliches Wechselmodell


Hallo ihr Lieben,

wie die meisten von euch wissen suchte und suche ich nach Gastautoren. Dazu hat mich nun die zweite Zuschrift erreicht. Es ist ein sehr selbstloses und beeindruckendes Beispiel dafür wie es laufen kann, wenn die Eltern sich selbst hinten anstellen. Auch diese Mutter möchte Anonym bleiben und das werde ich, wie immer, respektieren.

Einige werden sich nun fragen "Wieso stellt er nur positive Beispiele Online?". Die antwort darauf ist einfach. Ich habe bisher keine nefgativ Beispiele bekommen ;-)


"Drei Mädels heulten hemmungslos. Die Beiden, 6 und 8, hatten Angst, ihren Papa zu verlieren. Ich, nicht mal 30, verlor meinen Mann. Nach knapp 10 Jahren war die Beziehung nicht mehr zu retten. Man wurde sich fremd und beschloss gemeinsam, dass getrennte Wege gegangen werden. Und die Mädchen bestimmten wie: „Wir wollen bei Mama und Papa“ bleiben. 
Da gab es keine Diskussion und der Schmerz unserer Töchter war so heftig, dass wir es nicht wagten, das in Frage zu stellen.

Heute, fast sieben Jahre später blicke ich zurück. Immer noch manchmal mit Tränen in den Augen, die vor allem dann kommen, wenn ich an die harte und anstrengende Zeit denke. Loslassen. Hoffen. Doch noch lieben. Verfluchen. Wenn die eigenen Gefühle ein Pendel sind, könnte es nicht maximaler ausschlagen. Schnell wurde mir klar – der einzige Maßstab, der für mich gelten muss, das sind die Bedürfnisse meiner Töchter. Meine Verletzungen, meine Ängste, mein Wunsch, ihn zu vergessen, haben hinten anzustehen. 
Lilly und Lara lieben ihren Papa über alles. Und sie lieben mich über alles. Dafür lebten wir ab dem ersten Tage der Trennung das Wechselmodell. Damals wussten wir nicht, dass der wochenweise Wechsel einen Namen hat. 
Unsere Mädels forderten dies ein und wir fügten uns. Ja, manchmal war es einfach nur FÜGEN. Ich ertrug es manchmal nur schwer, wenn die Sachen nach Papa rochen, wenn sie vom Urlaub schwärmten, von seiner tollen Frau, der neuen Wohnung. Es tat so weh. Ich war zerrissen. Und vor allem die Große, Lilly, spürte es. Ich konnte nur ehrlich sein: „Lilly, es tut weh, auch ich muss loslassen, deswegen bin ich manchmal traurig. Aber das muss ich mit mir ausmachen. Und ich will, dass ihr Papa liebt, ohne Angst zu haben, dass es mich verletzt“. Sie verstand es, nahm mich in den Arm und schwor, dass ich die beste Mama der Welt bin. 
Der Weg bis zur Scheidung war die Hölle. Ohne psychologische Begleitung wäre ich wohl kaum durchgekommen. Wie sagte er zu mir: „Ihren Weg müssen Sie selber gehen, ich kann nur die Rettungsleine halten und mit Ihnen auf der Karte schauen, welche Wege in Frage kämen“. 

Gemeinsam erkämpften wir uns diesen Weg. Weit bin ich gekommen, sehr weit. Ich schaue in den Spiegel und bin stolz auf mich. Meine Mädchen haben allergrößtes Vertrauen zu mir. Den Mut, auch Wahrheiten zu sprechen, die weh tun. Zu sagen, dass sie mehr Zeit mit Papa und seiner neuen Frau verbringen wollen. Weil sie dort eine richtige Familie sind, mit ihrer Stiefmama. 
Manche Wochen bin ich noch viel länger als Halbzeit alleine. Lasse mal die eine und dann auch wieder die andere Motte los. Lasse sie ziehen, weil ich weiß, dass sie wiederkommen. Stark und frei. Stolz und ehrlich. Ein bisschen älter und wunderschön kommen sie zurück. Was man liebt, hält man nicht fest. Kinder brauchen Mama und Papa. Sie sollten nicht darunter leiden, dass wir uns getrennt haben. 
Ja, es tut unendlich weh, verletzt, gedemütigt, ausgenutzt, betrogen und belogen zu werden. Aber das ist auf der Paarebene passiert. Das hat mit unseren Kindern nichts zu tun. Und es ist unsere verdammte Pflicht, alles dafür zu tun, dass unsere Kinder den Schaden, den wir erlitten haben, nicht in ihre eigene Beziehung mitnehmen. Von uns lernen sie, wie man Konflikte löst, oder, wenn es nicht anders geht, wie man sich anständig trennt. Wenn sie das nicht lernen, werden sie uns eines Tages spiegeln, unsere Fehler wiederholen. Über Generationen. Deswegen bin ich erhaben über den eigenen Schmerz. Ehrlich zu meinen Kindern und ehrlich zu mir selbst. Habe keine Scheu, Hilfe anzunehmen. Und ich würde mir wünschen, dass diese Hilfe selbstverständlich ist. 
Wenn Eltern sich trennen, sollte es Menschen geben, die die Hand reichen und vermitteln. Für die Kinder. Für den eigenen Seelenfrieden. Für ein selbstverständliches Wechselmodell."


Ich bedanke mich für diese beitrag und wünsche euch alles gute für die Zukunft! Ihr tut das richtige. Für manche sollten Geschichten wie diese als Beispiel und Vorbild dienen.

Bis dann und alles Gute,
Thomas 

Montag, 2. März 2015

Hans-Jürgen Gaugl über Mediation.


Hallo ihr Lieben,


heute habe ich, mal wieder, die weisen Worte meines guten Freundes Hans-Jürgen Gaugl für euch zum lesen. Er schreibt über das thema Mediation. Ich hätte es nicht besser formulieren können ;-)

"Mediation ist also in einfachen Worten unter anderem ein Verfahren, bei welchem zu Situationen, die vollkommen verfahren erscheinen und zu denen es so scheint, als müsste mindestens eine Person aus dem Streit als Verlierer beziehungsweise Verliererin hervorgehen, jene Hilfestellungen angeboten werden, die es ermöglichen, doch noch ein Miteinander zu entdecken. Ein Miteinander, welches es erlaubt, Möglichkeiten zu entdecken, in welchen beide Seiten das bekommen, was sie brauchen, um auch ihren inneren Frieden zu den scheinbar unüberwindbaren Differenzen wiederzufinden." - Hans-Jürgen Gaugl

Viel Spaß beim lesen!
Gruß,

Thomas


Mittwoch, 18. Februar 2015

Vater sein.......


Hallo ihr Lieben,
vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit meinem Sohn, das mich sehr stolz gemacht und mir kurz Tränen hat in die Augen steigen lassen. Es hat mich aber auch sehr nachdenklich gemacht. So sah ich mich beispielsweise der Frage gegenüber: "Was bedeutet es eigentlich, Papa zu sein?"

Das Gespräch möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Ich: "Sag mal, glaubst du eigentlich an Gott?"
Er: "Nein!"
Ich: "An was glaubst du denn?"
Er: "Ich glaube an Papa!"

Das Gespräch hat mich nicht mehr losgelassen und ich habe mir unzählige Gedanken dazu gemacht: Was bin ich für meinen Sohn? Was will ich für ihn sein? Was wird von mir erwartet? Was erwarte ich von mir?

Es war schwer für mich, diese Fragen zu beantworten, denn ich selbst hatte keinen Vater. Also, was möchte ich für meine Kinder sein?

Ein Vorbild! Ich lebe das, was ich meinen Kindern vermitteln möchte, selbst. Auch wenn sie nicht beteiligt sind. Sage ich ihnen zum Beispiel: "Haltet eure Versprechen", halte ich all meine Versprechen. Nicht nur ihnen gegenüber, sondern jedem gegenüber. Auch möchte ich meinen Kindern zeigen, wie man ein glückliches Leben führen kann.

Ein Lehrer! Ich möchte meinen Kindern die Welt zeigen und erklären. Ich möchte meinen Kindern erklären können, wieso die Dinge so sind, wie sie sind. Gleichzeitig bin ich auch selbst ein Schüler meiner Kinder, denn ein Lehrer lernt genauso viel von seinen Schülern. Ich habe gelernt, was es bedeutet, kompromisslos zu lieben.

Ein Freund! Ich möchte, dass meine Kinder das Gefühl haben, immer und mit allem zu mir kommen zu können. Ich möchte ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, ihnen ein Fels in der Brandung sein. Ich möchte mit ihnen spielen, toben, Teepartys veranstalten, mir die Fußnägel lackieren lassen und mir Perlen in den Bart flechten lassen. Ich möchte gegen Drachen kämpfen und Prinzessinnen befreien.

Ein Held! Mein Sohn hält mich für den stärksten, schlausten und besten Menschen der Welt. Das mag egoistisch klingen, aber ich finde das toll!

Ein Vater! Ich werde immer da sein, wenn sie mich brauchen. Ich werde sie immer lieben, egal, was passiert. Ich werde immer in ihrem Interesse handeln und auf alles verzichten, solange es ihnen gut geht. Ich werde sie beschützen, vor allem, was ihnen schaden kann und vor jedem, der ihnen Böses will. Ich werde für sie und mit ihnen kämpfen, wenn ich es muss. Ich werde sie trösten, wenn sie mal traurig sind. Ich werde sie pflegen, wenn sie krank sind.
Ich möchte sie lieben dürfen und von ihnen geliebt werden.

All das und mehr möchte ich als Papa sein.
Ich liebe euch! Mehr, als alles andere auf der Welt. Ich vermisse euch, in jeder Sekunde, in der ihr nicht bei mir sein dürft. Ich denke an euch, immer und überall.

Das war's mal wieder. Ich hoffe, ich bin euch dieses Mal nicht zu sentimental.

Alles Gute,
Thomas



Donnerstag, 15. Januar 2015

Intervalle in der Doppelresidenz

Hallo ihr Lieben,

heute stelle ich euch den ersten gastbeitrag vor. Dieser wurde von Danielle Gebur von der Familienhilfe Potsdam für meinen Blog verfasst. Ich möchte mich herzlichst dafür bedanken.



"Die Scheidung ist vollzogen, die Trennung überstanden. Bei allen eventuell vorhandenen negativen Gefühlen der Wut, Enttäuschung und des verletzt seins, stehen Eltern vor der großen Herausforderung, das weitere Leben in getrennten Haushalten organisieren zu müssen. Aber der Weg zu einer gleichberechtigten und gelungenen Erziehungspartnerschaft kann auch steinig sein. Das „ teilen“ in einer so schweren Zeit nach einer trennung müssen Eltern erst lernen zu akzeptieren. Sie werden ihre Kinder Woche für Woche in den unterschiedlichsten Intervallen nicht bei sich haben(können). Denn die Kinder sind dann beim Vater oder der Mutter. Nur wie sollen diese Betreuungszeiten im Sinne der Kinder geregelt werden? Vor dieser Herausforderung stehen viele Eltern. Sollten die Übergänge möglichst groß gehalten werden? Oder wird im Wochenrhythmus „ gewechselt“? Da gibt es seit einigen Jahren eine Tendenz, die u.a. auch Frau Sünderhauf in ihrem „ Wechselmodell:Psychologie-Recht-Praxis“ beschreibt. Die Tendenz zu kürzeren Intervallen bei eher kleineren Kindern. Das heißt, Kinder in einem Alter bis etwa 3-4 Jahren können eher in kürzeren Abständen von Mutter zum Vater gehen. Dies ist auch im Kontext von Bindung von Vorteil. So schreibt Sünderhauf, das es einen direkte Zusammenhang zwischen Zeit mit dem Kind verbringen und Bindung gibt. Oder in anderen Worten, je mehr Zeit Kinder mit den jeweiligen Elternteilen verbringen( Sünderhauf sprach von der Bindung zum Vater), desto besser entwickelte sich die langfristige Beziehung ( Sünderhauf 2013).Ein weiterer Punkt ist, das ein Zeitverständnis von kleineren Kindern nicht so ist, wie bei Erwachsenen. Das bedeutet, das 4 Tage bei ihnen schon extrem lang ist und sie diese Zeit darüber hinaus kaum einsehen können. Daher ist ein Intervall von kürzeren Wechseln sinnvoller. Was natürlich in den Anfangsjahren eine logistische Herausforderung darstellt. Die Eltern sollten enger Kommunizieren, es müssen Dinge geregelt und besprochen werden und der Kontakt zum anderen Elternteil ist hoch. Im Vorfeld genaue Absprachen mit Betreuungsplänen zu erstellen, kann eine gute und wirksame Alternative sein. Um die tatsächliche und Alltägliche Verantwortung gerecht und fair zu teilen. Und um gleichzeitig die Übergänge der Kinder so neutral wie möglich zu gestalten. Anzumerken ist aber auch, das keine Familie der anderen gleicht. Jede Familie ist individuell. So können sich Eltern an einigen Dingen orientieren, aber dennoch einen eigenen „ Plan“ aufstellen.

Sind die Kinder etwas älter, das heißt ab ca. 4-5 Jahren, können die Intervalle auf einen Wochenwechsel( 7 Tage/ 7 Tage) umgestellt werden. Dies selbstverständlich dann schon in Absprache mit den Kindern. Diese können dazu befragt werden, wenn sich die Eltern im Grunde eher einig sind.





Ich habe mit „ Erziehung im Wechselmodell-Trennungskinder und gelingende Erziehungspartnerschaft“ eine theoretische und empirische Untersuchung durchgeführt. Der Wechsel war in den Interviews auch ein Thema, was die Eltern sehr beschäftigt hat.

Anhand meiner empirischen Untersuchung hat sich gezeigt, dass Eltern u.U. viel experimentiert haben. Es gab Eltern, die hatten einen eher kurzen Wechselmodus, sind dann mit dem Älter werden der Kinder und in Absprache mit ihnen zu einem wöchentlichen Wechsel gekommen. Fast alle der 10 Eltern Berichteten, dass sie mit einem Wöchentlichen Rhythmus sehr zufrieden sind. Es gab Kinder, die das so wollten und demnach den Anstoß dazu gegeben haben. Aber auch Eltern, die gesehen haben, dass es entweder zu viele Wechsel oder eben zu wenige waren. Da lässt sich erkennen, dass jede Familie „ Ihren“ Weg finden kann. Auch wenn dieser in der ersten Phase nach einer Trennung mit Sicherheit holprig, schwer und auch voller Zweifel sein kann. Aber der unbedingte Wille eines Elternteils, das es seinem Kind gut geht, ist die beste Voraussetzung für einen Erfolg."

Sonntag, 11. Januar 2015

Kindeswohl die zweite....


Hallo ihr Lieben,

auf meinen letzten Beitrag habe ich einiges an Rückmeldungen bekommen. Leider musste ich mal wieder erkennen das es unter den Menschen, die sich für das Kindeswohl interessieren, auch immer wieder Wölfe im Schafspelz gibt.

In einigen Kommentaren und Mails die mich erreicht haben wurden meinungen ausgeschrieben die ich für sehr gefährlich halte. Wenn jemand sich den Mantel des Kindeswohles überstreift und dann ansichten vertritt die, nach kurzem überlegen, als Propaganda und Elternteil bevorzugung entlarvt werden können finde ich das mehr als verabscheuungswürdig. Das alles in nette worte gepackt und immer schön sachlich versteht sich.

So wurde mir gesagt; "Du machst das Kindeswohl sehr stark von der Umgangsregelung abhängig, aber ich glaube, man sollte viel mehr im Auge behalten, dass sich für das Kind nicht so viel verändert. Man sollte genau betrachten, auch die Eltern, wer verbrachte denn nun die meiste Zeit mit dem Kind von Geburt an. Wer hat es die meiste Zeit betreut, und nicht damit es den einen Partner nicht verliert, was es ja gar nicht tut, teilen wir das Kind mal auf. Wenn die Mutter die Hauptbetreuungsperson war, dann sollte es für das Kind so bleiben, und dem Vater sollte ein großzügiger Umgang eingeräumt werden. So verändert sich für das Kind nicht viel außer, das der Papa jetzt nicht mehr zu Hause wohnt. Umgedreht wäre es genauso der Fall . Denn meistens war es doch so, dass die Mutter die Hauptbetreuungsperson war, wenn überhaupt verkürzt gearbeitet hat und der Kindesvater Arbeiten war und abends nach Hause kam. Warum muss mit einem mal ein Wechselmodell her, welches das Kind zusätzlich verstört, denn in dieser Situation hat es noch nie gelebt und wird damit auch oft total überfordert."

Das ist eine aussage die ich für Gefährlich halte. Auf den ersten blich scheint hier das Kindeswohl im vordergrund zu stehen. Jedenfalls wird es so verpackt. Ich bin mir sicher das viele diese Einstellung auch so annehmen würden. Allerdings ist die tatsächliche Absicht schnell erkannt. Hier wird schlichtweg nach wegen gesucht die Mütter zu bevorzugen. Es ist natürlich durchaus möglich, das die Dame die dies schrieb, die besten Absichten hat, es nicht böse meint und der Ansicht ist sie würde damit wirklich das Kindeswohl vertreten. Aber das macht es, meiner Ansicht nach, nur noch gefährlicher.Im Kindeswohl gibt es keinen Platz für ich bezogenes denken. Wer an Kindeswohl denkt, denkt automatisch an das wohl ergehen eine anderen. Darin darf kein "Ich" vorhanden sein. Man muss sich selbst aus dieser Gleichung raus nehmen. Nur dann kann das Ergebnis schlüssig sein. 

Auch das argument "Hauptbezugsperson" und "der Mann war ja meistens Arbeiten" sind eher dürftig. Erstens; wieso sollt man als Elternteil dafür bestraft werden die Familie ernährt zu haben? Da Opfert man die zeit mit der Familie und legt sich krumm, so das man der Familie ein leben bieten kann das sie verdient und wird am ende dafür gestraft. Auch muss bemerkt werden das es in über 80% der fälle wohl die Väter wären die hierdurch den kürzeren ziehen würden. Das alleine entlarvt diese Ansicht als Misandristisch.
Zweitens; Hauptbezugsperson ist ein unwort das verboten gehört. Kinder sind so flexibel und lernfähig. Sie sind wie ein leeres Blatt und können auf die verschiedensten arten neu Beschrieben werden. Es geht hier ja besonders um kleine Kinder, denn große können ihre Meinung zu dem Thema ja selbst äußern. Je kleiner das Kind desto besser verkraftet es ein Wechselmodell. Da muss man sich eben an dingen wie dem Alter orientieren. Ein Kind von einem Jahr sollte Täglich wechseln. Einen Tag bei der Mutter, einen Tag beim Vater. Ein 2 jähriges Kind 2/2, ein 3 jähriges 3/3. Ihr seht worauf ich hinaus will? Natürlich ist das nicht in allen Familien möglich. Nicht jeder kann sein leben auf diese Situation anpassen. Aber es gibt immer Wege. Sofern die Eltern, wie ich bereits früher sagte, zusammen das wohl der Kinder verfolgen, immer Konsens und Kompromiss bereit bleiben ist immer eine lösung greifbar.

Das thema Kindeswohl ist sehr Umfangreich. Aber, hat man sich getrennt und Streitet sich über den Umgang, gibt es wohl ansonsten wenig zu bereden. So ist der Umgang das einzigste Thema das es zum wohle des Kindes zu bereden gibt. Denn es geht den anderen Elternteil nichts mehr an was der andere in seiner Umgangszeit mit dem Kind unternimmt, welche Wertvorstellungen vermittelt werden oder welcher "Erziehungstil" zum tragen kommt. 

Alles gute,
Daddy