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Dienstag, 24. Februar 2015

So sollte es sein!






Die erste zuschrifft zu meinem Gast-Autoren aufruf ist heute eingegangen! Vielen Dank dafür! Die Autorin möchte Anonym bleiben! Ich bin sehr beeindruckt und spreche dieser Dame meinen höchsten Respekt aus!!


"Ich habe 2 Kinder (Sohn 14 und Tochter 11).

Mein Ex-Mann hat sich von uns getrennt, als meine Kinder 7 und 4 waren. Die Kinder haben zuvor keine dollen Spannungen oder Streitereien mitbekommen. Es kam auch eher aus „heiterem Himmel“ (zumindest für mich). Wir hatten uns aufgrund schwieriger Arbeits- und Finanzsituation etwas auseinandergelebt, da wir unterschiedlich mit den Problemen umgegangen sind. Mein Ex-Mann hat sich eine neue Partnerin gesucht, und uns dann von einem Tag zum anderen verlassen.



Zuerst fiel es für die Kinder nicht stark ins Gewicht, da der Papa sowieso meist morgens früh aus dem Haus arbeiten war, und er erst nach dem Abendessen nach Hause kam – einschließlich Samstag.



Ich war sehr verletzt, habe es aber bewusst vor meinen Kindern verborgen und niemals schlecht über ihren Papa gesprochen. Ich hatte in der Zeit einen sehr guten Freund, dem gegenüber ich meine ganzen Gedanken ausbreiten konnte, meinen Frust, mein Unverständnis und meine Wut. Es kamen Gedanken auf, wie z.b. „ein charakterlich so labiler Mensch soll am besten gar keinen Einfluss mehr auf meine Kinder haben. Ich will denen schließlich besseren Charakter beibringen“ u.ä. Es dauerte etwa 4 Monate, bis – mit einigem Ärger – dann das Besuchsrecht geregelt war. In der Zeit habe ich – eine Person, die sehr stark sich selbst und Situationen reflektiert und analysiert – viele Phasen durch gemacht, von dem Verletztsein über den Versuch ihn zurückzugewinnen, zur Wut, zur Resignation bis hin zu einer kleinen Rache. Jedoch alles, ohne dass die Kinder bewusst etwas davon mitbekommen haben. Gefühlmäßig werden sie sicher meine Stimmungslagen pp. mitbekommen haben.



Eines Tages sagte meine 4jährige Tochter: „Wer kümmert sich denn um uns, wenn du uns auch verlässt“? Ich war erschrocken über die Frage, und entsprechend mit Liebe und einfühlsamen Worten reagiert, in etwa „ich werde sie nie allein lassen“ und ähnliches. Aber mir wurde dadurch sehr deutlich, wie Kinder denken. Papa ist gegangen und hat sie verlassen, also kann eine Mutter dies auch irgendwann tun.



Nach den 4 Anfangsmonaten, in denen mein Ex-Mann die Kinder nur sporadisch gesehen hat, gab es geregelt 14tägige Papa-Wochenenden. Er holte sie bei mir ab, und brachte sie wieder zurück (Wohnt in der Nachbarstadt, also ca. 20 km entfernt). Anfänglich habe ich möglichst vermieden, ihn zu treffen, sondern die Kinder direkt rausgeschickt, wenn ich wusste dass er kam, und beim Zurückkommen gleichermaßen. Irgendwann stellte ich fest, dass meine Kinder sich nicht trauten mir zu zeigen, dass sie sich auf Papa freuen, bzw. beim erzählen versuchten, was sie gemacht hatten, oberflächlich blieben, und nicht emotional berichteten. Da habe ich für mich den Schluss gefällt, dass es vollkommen egal ist, was ich über meinen Ex denke, und wie wir zueinander stehen. Der Kinder zu liebe kann ich trotzdem freundlich zu ihm sein, und eine Faust in der Tasche machen, die die Kinder nicht sehen. So habe ich beim darauf folgenden WE die Kinder bei ihm abgeholt (nach vorheriger Absprache) und bin auf einen Kaffee mit in die Wohnung gegangen. Direkt in den Folgetagen spürte ich, dass die Kinder anders waren. Sie erzählten offen, was sie mit Papa gemacht hatten, und kurz darauf sagte mein Sohn zu mir, dass er sich gefreut hätte, dass ich mit Papa einen Kaffee getrunken hätte. Seit dem erfolgten auch die Absprachen zwischen ihm und mir weniger per Email, sondern telefonisch, so dass die Kinder dies auch mitbekamen, dass wir vernünftig mit einander telefonierten. Natürlich kamen auch mal Dinge, die zwischen ihm und mir geklärt werden mussten, was unterschiedliche Erziehungsdinge etc. anging, das habe ich sämtlich unter 4 Augen oder schriftlich gemacht, so dass die Kinder keinen Stress zwischen uns in den gesamten 5 vergangenen Jahren mitbekamen.



Mittlerweile ist es ganz normal für die Kinder, wenn sie sich freuen, wenn was besonderes ist, oder ähnliches kurz bei ihrem Papa anzurufen und zu erzählen. Oder er ruft hier an und fragt, was gewesen ist. Verschiebungen der Wochenenden aufgrund Unternehmungen der Kinder ist überhaupt kein Problem. Bei der Konfirmationsfeier meines Sohnes war der Papa mit seiner mittlerweile anderen Freundin ebenso anwesend und hat mitgefeiert. Ich hätte zwar genauso gern darauf verzichtet, aber da ich weiß, dass es meinem Sohn wichtig war, war er dabei.



Meine Freundin mit einem 4jährigen Sohn hat sich gerade vor 2 Monaten getrennt. Meine Kinder haben das ein bisschen mitbekommen. Mein Sohn meinte daraufhin. „Ich glaube, es ist ein Vorteil, wenn man so jung ist. Wir waren ja auch noch klein. Und für uns ist es irgendwie ganz selbstverständlich, dass wir Papa und Mama haben, aber dass sie nicht zusammen wohnen“.



Meine Tochter äußerte vor ca. 2 -3 Jahren mal einen erschreckenden Satz. Als Vorwissen muss man wissen, dass mein Sohn aussehensmäßig und auch in einigen wesentlichen Charakterzügen sehr stark nach mir kommt, meine Tochter dagegen nach meinem Ex-Mann. So haben wir früher oft davon geredet, „er kommt total nach mir – ist mein Sohn, sie ist deine Tochter“. Und nun sagte meine Tochter, „mich liebst du ja nicht so, wie …, da er ja wie du bist, während ich wie Papa.“ Da war ich natürlich sehr erschrocken, was so eine „doofe“ Redensart bei einem Kind bewirken kann. Dann habe ich aufgezählt, welche Arten alle genauso sind wie ich als Kind war. Fotos raus gesucht, wo sie genauso aussieht wie ich als Kind usw. Selbst heute noch mache ich es immer wieder, dass ich unauffällig darauf aufmerksam mache, wenn Eigenschaften meines Sohnes zum Vorschein kommen, die sozusagen vom Papa sind, und wenn umgekehrt bei ihr die Parallelen zu mir da sind.



In den ganzen Jahren sind meine beiden Kinder sehr stark zusammen gewachsen. Sie halten extrem zusammen, streiten wenig und sind immer füreinander da, wenn jmd. Hilfe braucht.



Natürlich wird eine gewisse Prägung immer bleiben. Aber rückblickend auf die vergangenen Jahre, und wie die Kinder heutzutage sind, würde ich sagen, wir haben den besten Kompromiss gefunden, den man finden konnte. Ich bin mir aber bewusst, dass das nur möglich war, weil wir beide es gewollt haben, weil wir beide uns zusammengerauft haben, weil wir beide ganz bewusst die Kinder von Unstimmigkeiten pp. fernhalten wollten und wollen. Ich denke auch, dass es eine gewisse Reife bei uns Erwachsenen voraussetzt, damit man nicht in der Wut, dem Frust, dem Verletztsein und dem Rachegefühl stecken bleibt. Das gehört sicher alles zum Verarbeiten dazu, aber es darf m.E. nicht das letzte Wort sein. So habe ich mir selber beispielsweise ganz bewusst vor Augen geführt, was ich für gute Jahre mit ihm zusammen, und wir als Familie hatten. Schließlich war ja nicht alles schlecht. Wenn ich aber im Nachhinein alles schlecht rede, verleugne ich ja einen ganz großen Teil meines Lebens. Dann kann ich nie ins Reine mit mir selber kommen.



Vor kurzem kam mit meinem Sohn mal das Gespräch über Partnerschaft, und da in Folge dessen auch zum nicht klappen meiner Ehe. Da sagte er, er wüsste ja gar nicht, warum wir uns eigentlich getrennt haben. Klar weiß er, dass mein Ex damals eine Freundin hatte, aber er meinte eher die Hintergründe dessen. Da habe ich ihm geantwortet, dass ich ihm das auch nicht sagen würde. Vielleicht mal viel viel später, vielleicht aber auch nie. Und habe auch die Erklärung dazu gegeben, nämlich dass ich möchte, dass er nicht beeinflusst wird von mir, was ich vielleicht nicht so gut an Papa fand. Wir hätten beide unsere Fehler gemacht, und da möchte ich nicht, dass er sich dann sozusagen Vorurteile bildet, nur weil ich irgendwie darüber denke. Er liebt Papa, und Papa liebt ihn. Papa ist ja ein Teil von ihm, und genau so soll es bleiben."

Sehr bewegend wie ich finde. Das sollte vielen als Beispiel dienen!

Alles gute,
Thomas

Montag, 23. Februar 2015

Wanted! Autoren gesucht!!


Hallo ihr Lieben, 

ich bin immer noch auf der Suche nach Eltern und/oder Trennungskindern, die mir ihre Geschichte erzählen, ihre Erlebnisse schildern oder zu Themen wie Erziehung, Trennung, Kinder, Scheidung, Patchwork oder Ähnlichem schreiben. 

Das ganze kann anonym oder auch mit Namen veröffentlicht werden. Schreiben ist eigentlich einfacher, als man denkt. Schreibt aus eurem Herzen, dann kommt es von ganz alleine. Rechtschreibung usw. ist nicht wichtig. 

Falls Interesse besteht oder Fragen dazu offen sind, meldet euch einfach bei Facebook oder per E-Mail: dadyylev@gmail.com. Bei Facebook gebt ihr einfach meinen Namen ein, dann findet ihr mich ganz schnell, denn mein Profil hat dasselbe Foto wie mein Blog.
Ich würde mich freuen! 
Alles Gute,

Thomas

Mittwoch, 18. Februar 2015

Vater sein.......


Hallo ihr Lieben,
vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit meinem Sohn, das mich sehr stolz gemacht und mir kurz Tränen hat in die Augen steigen lassen. Es hat mich aber auch sehr nachdenklich gemacht. So sah ich mich beispielsweise der Frage gegenüber: "Was bedeutet es eigentlich, Papa zu sein?"

Das Gespräch möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Ich: "Sag mal, glaubst du eigentlich an Gott?"
Er: "Nein!"
Ich: "An was glaubst du denn?"
Er: "Ich glaube an Papa!"

Das Gespräch hat mich nicht mehr losgelassen und ich habe mir unzählige Gedanken dazu gemacht: Was bin ich für meinen Sohn? Was will ich für ihn sein? Was wird von mir erwartet? Was erwarte ich von mir?

Es war schwer für mich, diese Fragen zu beantworten, denn ich selbst hatte keinen Vater. Also, was möchte ich für meine Kinder sein?

Ein Vorbild! Ich lebe das, was ich meinen Kindern vermitteln möchte, selbst. Auch wenn sie nicht beteiligt sind. Sage ich ihnen zum Beispiel: "Haltet eure Versprechen", halte ich all meine Versprechen. Nicht nur ihnen gegenüber, sondern jedem gegenüber. Auch möchte ich meinen Kindern zeigen, wie man ein glückliches Leben führen kann.

Ein Lehrer! Ich möchte meinen Kindern die Welt zeigen und erklären. Ich möchte meinen Kindern erklären können, wieso die Dinge so sind, wie sie sind. Gleichzeitig bin ich auch selbst ein Schüler meiner Kinder, denn ein Lehrer lernt genauso viel von seinen Schülern. Ich habe gelernt, was es bedeutet, kompromisslos zu lieben.

Ein Freund! Ich möchte, dass meine Kinder das Gefühl haben, immer und mit allem zu mir kommen zu können. Ich möchte ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, ihnen ein Fels in der Brandung sein. Ich möchte mit ihnen spielen, toben, Teepartys veranstalten, mir die Fußnägel lackieren lassen und mir Perlen in den Bart flechten lassen. Ich möchte gegen Drachen kämpfen und Prinzessinnen befreien.

Ein Held! Mein Sohn hält mich für den stärksten, schlausten und besten Menschen der Welt. Das mag egoistisch klingen, aber ich finde das toll!

Ein Vater! Ich werde immer da sein, wenn sie mich brauchen. Ich werde sie immer lieben, egal, was passiert. Ich werde immer in ihrem Interesse handeln und auf alles verzichten, solange es ihnen gut geht. Ich werde sie beschützen, vor allem, was ihnen schaden kann und vor jedem, der ihnen Böses will. Ich werde für sie und mit ihnen kämpfen, wenn ich es muss. Ich werde sie trösten, wenn sie mal traurig sind. Ich werde sie pflegen, wenn sie krank sind.
Ich möchte sie lieben dürfen und von ihnen geliebt werden.

All das und mehr möchte ich als Papa sein.
Ich liebe euch! Mehr, als alles andere auf der Welt. Ich vermisse euch, in jeder Sekunde, in der ihr nicht bei mir sein dürft. Ich denke an euch, immer und überall.

Das war's mal wieder. Ich hoffe, ich bin euch dieses Mal nicht zu sentimental.

Alles Gute,
Thomas



Dienstag, 17. Februar 2015

"Fips versteht die Welt nicht mehr."


Hallo ihr Lieben,
heute möchte ich mich mal wieder mit einem Erfahrungswert an euch wenden. Einige werden nach dem Titel schon vermuten, um was es heute gehen soll. Es gibt eine ganze Palette an Kinderbüchern, die sich mit dem Thema Trennung und Scheidung befassen. Ich wusste, bis ein guter Freund mich darauf aufmerksam machte, nicht, dass es solche Bücher gibt. Auch stand ich ihnen anfangs eher skeptisch gegenüber.

Ich habe also drei dieser Bücher gekauft: "Fips versteht die Welt nicht mehr", "Und Papa sehe ich am Wochenende" und noch eines, das ich meiner Ex-Frau überreichte - an den Titel kann ich mich leider nicht mehr erinnern.

Bevor ich die Bücher jedoch meinem Sohn vorlas, habe ich mich erst einmal allein hingesetzt und die Bücher in Ruhe gelesen. Ich war anfangs doch etwas schockiert. Es geht, wie es in Kinderbüchern oft so ist, recht schnell zur Sache. In "Und Papa sehe ich am Wochenende" werden sogar Gerichtstermine angesprochen.

Also entschied ich mich dafür, meinem Sohn zuerst aus "Fips versteht die Welt nicht mehr" vorzulesen. Während ich las, beobachtete ich, wie er reagierte. Anfangs wirkte er traurig, was mir weh tat, aber ich las weiter. Als es dann an die Stelle kam, an der geschrieben wird, dass Fips BEIDE Eltern lieben darf und BEIDE ihn weiterhin lieben, hellte sich das Gesicht meines Sohnes immer weiter auf. Als ich den Satz "[…] denn sie hatten sich nur voneinander, aber niemals von ihrem Kind getrennt" vorlas, wusste ich, er versteht die Botschaft!
In diesem Buch wird sehr einfühlsam beschrieben, wie hin und hergerissen Fips sich zwischen seiner Mutter und seinem Vater fühlt. Es wird durch den "Alten Bruno" vermittelt, dass er das nicht muss. Bruno ist ein Älterer Hund aus der Nachbarschaft. Denn er ist und bleibt das Kind von beiden. Beide lieben ihn, was auch immer kommen mag.

Am folgenden Tag spielte mein Sohn in seinem Zimmer und ich fragte: "Na Schatz, was machst du?" Er sagte: "Ich bin Fips und gehe mit meinen beiden Seiten spazieren."
In Fips wird beschrieben, dass er zu einem Teil Mama und zu einem Teil Papa ist, aber trotzdem etwas ganz Eigenes. Dass er das so schnell versteht und auf seine eigene Situation bezieht, hätte ich nicht erwartet. Ich hatte das Gefühl, dass er versteht, was in dem Buch zum Ausdruck gebracht wird.

Mittlerweile lese ich ihm die Bücher regelmäßig vor und er kommt merklich besser mit der Situation zurecht. Er redet in meiner Gegenwart ungezwungener von seiner Mutter und erzählt auch viel von ihrem neuen Lebenspartner. Das finde ich wirklich gut, denn beide sind ein Teil seines Lebens und sollten daher auch bei mir präsent sein dürfen.
Ich kann diese Form der Kinderbücher nur empfehlen und habe mich deshalb entschieden, hier dafür zu werben. Es kann uns dabei helfen, unseren Kinder die Trennung leichter zu machen. Ihnen zu zeigen, dass sie uns, trotz Trennung, beide lieben dürfen.

Lieben Gruß,
Thomas

PS Eine kleine Liste solcher Bücher:
 
Orinsky E.:
Die Krokobären: Eine Geschichte für Kinder, deren Eltern sich trennen
Iskopress Verlag; 4-5 Jahre
(mit beiliegendem Memory zu unterschiedlichen Gefühlen und einem Fragespiel für Gespräche zwischen Eltern und Kindern)

Randerath J., Sönnichsen I.:
Fips versteht die Welt nicht mehr
Thiemann Verlag; 4-6 Jahre

Grundmann H., Schulze M.-A.:
Wir sind immer für Dich da! Wenn Mama und Papa sich trennen
Coppenrath Verlag; 36 Monate -6Jahre

Masurel C., McDonald Denton K.:
Ich hab euch beide lieb! Wenn Eltern sich getrennt haben
Brunnen Verlag; 4-6Jahre

Volmert J., Szesny S.:
Wir bleiben eure Eltern!: Auch wenn Mama und Papa sich getrennt haben
Albarello Verlag; 36 Monate – 6Jahre

Fennell C., Johnen H.:
Rico der kleine Delfin. Meine Eltern trennen sich
FiJoFe-Verlag; ab 4 Jahren
Hoffmann M., Asquith R.:
Du gehörst dazu: Das Grosse Buch der Familien
Verlag: FISCHER Sauerländer; 4-6 Jahre

Maxeiner A., Kuhl A.:
Alles Familie!: Vom Kind der neuen Freundin vom Bruder von Papas früherer Frau und anderen Verwandten.
Klett Kinderbuch Verlag; 5-7 Jahre

Dietrich B:
Die Patchworkfamilie. Ein Trostbuch für Kinder
Verlag: Samaragd; 8-10 Jahre

Schöberl E.:
Meine Eltern trennen sich. Ein Ratgeber für Jugendliche
Verlag: Ueberreuter; 12-15 Jahre

Dienstag, 10. Februar 2015

"Mütterrechtler" oder Mama Berlin



Hallo ihr Lieben,
ich habe mir mal eine kurze Auszeit genommen, um mein eigenes Leben zu leben. Das war nicht nur nötig, sondern hat auch echt gut getan. Nun bin ich wieder da, mir geht's super und es geht mit frisch aufgeladenen Batterien weiter!

Nun habe ich heute meine Mails gecheckt und gesehen, dass meine absolute Lieblingsbloggerin mal wieder ihre geistigen Ergüsse mit uns teilt. Sie ist eine sehr starke Frau, mit ausdrucksstarken Bildern und Ansichten, bei denen selbst Alice Schwarzer rot werden würde. Wisst ihr schon von welcher "Dame" ich spreche? Nein? Dann helfe ich euch auf die Sprünge. Ich rede von Mama Berlin!

Auch sie hatte sich eine kleine Auszeit vom Bloggerleben gegönnt. Nicht aber wie ich, um mal etwas mehr zu leben, sondern aus Angst!

"Grund ist das bedrohliche Auftreten und die Anfeindungen von sogenannten Väterrechtlern. Sie rotten sich zusammen und verpesten mit ihrem Frust die Familienwelt." - Mama Berlin.

Da ich ihren Blog nun schon länger verfolge, kann ich sie, denke ich, beruhigen. Dieses "Auftreten" und diese "Anfeindungen" sollten sie nicht allzu ernst nehmen. Denn so, wie man in den Wald hineinruft, schallt es eben auch heraus. Das Ganze richtet sich auch nicht gegen sie persönlich. Mehr gegen all diejenigen, die sie in ihrem Blog in Schutz nehmen. Diejenigen, die die gemeinsamen Kinder dem anderen Elternteil entziehen. Diejenigen, die den „sogenannten Väterrechtlern" überhaupt erst die Existenzbegründung geben.
Jedenfalls war ich nach diesem anfänglichen Text auf alles gefasst und besorgt, was Ihnen, Frau B., zugestoßen sein muss.

"Zum Beispiel spionieren sie auf Facebook andere Mütter aus. Sie schleichen sich unter falschen Namen in geheime und geschlossene FB-Gruppen ein, dort wo Mütter ihre Sorgen und Erfahrungen austauschen, sich unter sich fühlen und kopieren zum Teil deren Einträge und leiten diese an die Väter weiter, damit sie die Darlegungen der Mütter im Rechtsstreit gegen diese verwenden können." - Mama Berlin.

"Gut, das Schlimme wird noch kommen", dachte ich bei mir. Aber da habe ich mich geirrt. Es geht in diesem Blog-Post so weiter.
Frau B. mal ehrlich, glauben Sie, dass "Mütter" dies nicht ebenfalls tun? Glauben Sie, dass dies so eine starke "Anfeindung" ist, dass Sie darüber bloggen müssen? Wovor genau haben Sie bei diesem Statement Angst? Vielleicht ja davor, dass die "sogenannten Väterrechtler" langsam aber sicher ziemlich ernst genommen werden? Dass die "Allmachtstellung“ der "Mütter" langsam ins Wanken gerät? Nun, wenn das Ihre Befürchtung, ihre "Angst" ist, dann ist diese durchaus berechtigt. Ansonsten wäre ihr Post nur pures Gejammer, dass die "sogenannten Väterrechtler" die "Mütter" mit ihren eigenen Waffen schlagen.

Sie schreiben weiter: "Eine geheime Gruppe ist daher geheim, weil die Betreiberinnen schon wissen, dass es hier auch ans “Eingemachte” geht und man daher unter sich bleiben möchte. Ich finde, es ist legitim, auch mal über die Strenge zu schlagen, so lange Vorkehrungen getroffen werden, damit es niemanden stört."

Etwas im Geheimen zu besprechen ist, finde ich, immer sehr gefährlich. Vor allem dann, wenn in solchen "geheimen Gruppen" auf Facebook (welch Ironie) Tipps und Tricks verbreitet werden, wie man dem Exmann am besten die Kinder vorenthält, wie man ihn vor Gericht und Jugendamt diskreditiert oder wie sich gegenseitig aufgestachelt wird. Das gilt übrigens genauso für "geheime" Vätergruppen. Ich unterstütze so etwas niemals, aber da liegt der Unterschied zwischen Ihnen und mir. Sie sind pro Mutter, ich bin pro Kind.

"Sicher, meckern/lästern soll nicht sein, es ist nicht tugendhaft, aber doch auch normal. So wie lügen. Man sollte es nicht machen und doch macht es jede und jeder, jeden Tag. Das ist bewiesen. Tja, so sind wir." - Mama Berlin

Da gebe ich Ihnen zur Abwechslung mal ausnahmslos recht. Tja, so seid ihr, ihr Elternteile, die Bindungsintoleranz, Elternentfremdung und Kindesentzug als salonfähig erachten.

"Sich in so einer geheimen Gruppe unter falschen Namen einzuschleichen, finde ich schon merkwürdig, dann aber regelrechte Spionage zu betreiben, um darzulegen, dass hier ein Elternteil schlecht über den anderen redet und daher nicht gut für das Kind sei, ist abartig und bösartig. Kein Kind der Welt hat von so einem Verhalten etwas." - Mama Berlin

Das sehen Sie falsch, Frau B. Das hat nichts mit Spionage zu tun, das ist Verzweiflung von Vätern, die gegen ein System kämpfen, das, immer noch zu oft, der Ansicht ist, "das Kind GEHÖRT der Mutter".

Vielleicht sollten sie es mal so sehen: Das sind Väter, die nicht aufgeben, die um die gemeinsamen Kinder kämpfen, die alles dafür tun, dass die Kinder mit BEIDEN Elternteilen aufwachsen dürfen. Aber um dies so zu sehen, müssten Sie ja zugeben, dass Väter keine Eltern zweiter Klasse sind, nicht wahr?

"Es ist zu viel Schwarz/Weiß-Denke." - Mama Berlin.

Tja, naja, was soll ich dazu sagen? Dieser Satz in ihrem Blog zeugt doch davon, dass Sie auch mal gerne einen Witz auf ihre Rechnung machen. Finde ich gut! Denn ernst können Sie das nicht meinen. Zumindest nicht, wenn man den restlichen Inhalt Ihres Blogs kennt. ;-)

"Ich bin dafür, hier eher Maßnahmen zu stärken, die nicht die Absurditäten sondern den gesunden Menschenverstand fördern." - Mama Berlin

Dafür bin ich auch!! Um diese Haltung wirklich zu beweisen, könnten Sie, das wäre mein Vorschlag, ja einfach ihren Blog löschen. Damit wäre ein erster Schritt zu diesem Ziel getan.

"Dazu gehört auch, dass man nicht jedem Fürzlein Gehör schenkt, jeden Fehler der anderen akribisch aufschreibt, aufzeichnet, archiviert, protokolliert und oberlehrerhaft vorträgt und auf den anderen mit dem Zeigefinger zeigt. Sich selbst natürlich dagegen als Krone der Menschheit bewertend."

Es wird immer besser! Sie geben am Ende eines solchen Posts einen Ratschlag, den Sie, offensichtlich selbst nicht befolgen. Sonst würden Sie ja nicht darüber schreiben, oder?
Ich gehe fest davon aus, dass Sie sich in diesem Post selbst etwas auf die Schippe nehmen oder dass Sie sich den Mantel des Kindeswohls überstreifen, um so vaterfeindliche Propaganda zu verbreiten.

Das lässt sich schon an der Überschrift ihres Blogs erkennen: "Alleinerziehend ist das neue verheiratet". Was genau möchten Sie damit ausdrücken? Sie haben ein Kind, also brauchen sie keinen Mann? Das ist doch vollkommener Blödsinn. Sie sind eine alleinerziehende (wollende?) Mutter, nicht verheiratet. Wenn ihr Kind für sie als Ersatz für einen Partner dient, tut ihr Kind mir aufrichtig leid.

Weiter schreiben Sie: "Kinder alleine großzuziehen, ist inzwischen eine weitverbreitete Familienform. Doch als "Familie" im rechtlichen Sinn gelten wir und unsere Kinder nicht. Das ist ungerecht. Daher schreibe ich hier für mehr Pluralismus. Denn nicht die Form ist entscheidend, sondern das WIE."

Auch hier ist es mir nicht ganz klar, was sie auszudrücken versuchen. Natürlich sind Sie und Ihr/e Kinder eine Familie. Brauchen Sie wirklich eine "rechtliche" Bestätigung dafür? Oder möchten Sie, dass der Begriff Familie neu definiert wird? Quasi: Familie = Mutter und Kind/er. Dann definieren wir doch Vater auch gleich neu: Vater = zur Zahlung verpflichteter Ex-Geschlechtspartner, der die Kinder nicht sehen darf.
Wäre Ihnen das so recht?

Am Ende, Frau B, ist es egal, was Sie oder auch ich, was das betrifft, schreiben. Ihr Kind wird irgendwann alt genug sein, um zu verstehen, wer und was Sie sind. Auf diesen Tag freue ich mich sehr. Und Sie?


P.S.: Auch wenn es mir fast körperliche Schmerzen bereitet, hier einen Link zu Ihrem geistigen Abfalleimer zu posten, tue ich es dennoch, denn dieses satirische Meisterwerk will ich niemandem vorenthalten. ;-)


P.P.S.: Eine persönliche Frage habe ich noch! Sie haben nicht zufällig denselben Stylisten wie Kathrin Oertel oder? Das Bild auf ihrem Blog lässt jedenfalls darauf schließen.